„Rutherford & Sohn“ von Githa Sowerby Das Stück der britischen Autorin Githa Sowerby wurde 1912 in London aufgeführt und das sehr erfolgreich. Die Kritiken waren blendend. Erst als der eine oder andere Journalist erfuhr, dass „Rutherford & Son“ von einer Autorin stammte, wurde das Lob stellenweise revidiert. Das Stück verschwand in der Folge für längere Zeit in der Versenkung. In den 1980er und 1990ern wurde es wieder aufgeführt und vor…
weiterlesenKategorie: Dramen, die das Leben schrieb
„Dahomey“ von Mati Diop, zu sehen derzeit in Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Villach Die französische Regisseurin Mati Diop stammt aus einer senegalesischen Familie, die für ihre kulturellen Arbeiten berühmt geworden ist. Mit dem Dokumentarfilm „Dahomey“ verfolgt Diop die geschichtlichen Verbindungen zwischen Afrika und Europa, konkret zwischen Benin und Frankreich. Über 7.000 Kunstwerke und religiöse Schätze haben die französischen Kolonial-Truppen einst aus dem westafrikanischen Land geraubt und in Frankreich zur…
weiterlesenChristian Fuchs: „Das Glühen im Dunkeln. Wie Filme mir das Leben retteten“. Milena 2024 Der Mann aus dem Radio, der mit der markanten Stimme, hat es wieder getan. Er hat (endlich wieder) ein Buch über Filme geschrieben. Oder besser gesagt: Er hat seine Texte über Filme neu geordnet und zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Christian Fuchs, der seit Kindertagen das Kino liebt, kennt sich nicht nur mit den düsteren Seiten bestens…
weiterlesenVanessa Wieser (Hg.): „Branntweiner, Blue Box und Bermuda Dreieck. Unterwegs im Wien der 80er und 90er“, Milena Verlag 2024 Ach, wie schön ist dieses Buch. Es führt uns Zeitzeug:innen und gern auch interessierte Nachgeborene ins wilde U4 der Prä-Internet-Ära (sofern uns Conny, der strenge Türsteher durchlässt), in die Blue Box, das alte Chelsea, das alte und neue Flex, in die Arena und in manch seltsames Beisl. Das Wien ab Mitte…
weiterlesenTex Rubinowitz: „Dreh den Mond um“, Ventil 2024 Ja, Tex Rubinowitz ist vielleicht am ehesten so etwas wie ein Humorist, wobei der Begriff schrecklich ist. Aber: Seine Erzählungen sind bei weitem nicht nur witzig, sie stecken auch voller punktgenauer Beobachtungen und kleiner Weisheiten im Strom der Lügen und Halbwahrheiten. Rubinowitz selbst bezeichnet sich als „unzuverlässigen Autor“, denn er füllt reale Szenen wie einen Besuch von David Lynch im verschlafenen Salzburg…
weiterlesen„Kafka | Heimkehr. Theaterprojekt mit Texten von Franz Kafka“, Schauspielhaus Graz Dass Franz Kafka ein gröberes Problem mit seinem Vater Hermann hatte, ist quasi amtsbekannt. Der Sohn, der heute als einer der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren gilt (ohne dass dies sich verifizieren ließe), schrieb seinem Erzeuger im November 1919 einen Brief, den man als finale Abrechnung sehen kann. Das Schriftstück voller Bitterkeit war immerhin ganze 103 Seiten lang. Bekommen hat es…
weiterlesenFelix Hafner und Ensemble: „Ein Volksliederabend in Addis Abeba“ Wenn der steirische herbst in der Gegenwart „Performance“ zu einer Veranstaltung sagt, ist Toleranz gefragt. Das gilt auch für den letzten Abend des Festivals 2024. Die eine oder andere zarte Parallele zum hier nicht besonders freundlich besprochenen Stück „EMPIRE“ tut sich beim Abschluss auf. Der entwaffnende Satz fällt nach einer Viertelstunde: „Jetzt haben wir eigentlich nichts mehr“. Zugegeben: Über die Reise…
weiterlesenTheater im Bahnhof: „Spiel mir das Lied von Knittelfeld oder die Pubertät der FPÖ (2024)“ Selten war ein Stück des Theater im Bahnhof so nah dran am unmittelbaren politischen und sozialen Geschehen und zugleich an der Zeitgeschichte des noch jungen 21. Jahrhunderts. Bei der Nationalratswahl Ende September 2024 gewann in Knittelfeld, der einst tiefroten Eisenbahner-Stadt, die FPÖ satte 16,1 Prozentpunkte dazu und belegte damit klar Rang 1 mit insgesamt 37,61…
weiterlesenFranz von Strolchen: „EMPIRE: Rooting for the Anti-Hero“, Performance Die Geschichte hinter dem Stück dürfte zumindest Fußballinsidern mit steirischem Hintergrundwissen bekannt vorkommen: Der Grazer Sportclub, der heute in der Gebietsliga Mitte spielt und das in der legendären „Gruabn“, war in den frühen 1930er Jahren so spielstark, dass er eingeladen wurde, eine aufwändige Reise nach Java, Sumatra, Singapur und Ceylon zu unternehmen. Dieses historische Motiv, das durch Tagebücher und Spielberichte recht…
weiterlesenHannelore Veit: Wer hat Angst vor Donald Trump. Risiken, Chancen, Einblicke, Aussichten“, ecoWing Verlag September 2024 Während der einstige Nachrichtensprecher Wickert über die Vergangenheit und Gegenwart der französisch-deutschen Beziehungen schreibt, hat sich die frühere ZIB-Moderatorin Hannelore Veit die USA vorgenommen. Genauer gesagt: Die Wählerinnen und Wähler von Donald Trump. Es ist also KEIN Buch über ihn, sondern über alle möglichen gesellschaftlichen Gruppen an seiner Seite, die Veit an Hand von…
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