Rupert Henning: „Schön trinken. Betrachtungen eines Weinliebhabers“. ueberreuter 2016.Der in Klagenfurt geborene Rupert Henning ist Schauspieler, Autor, Regisseur und passionierter Weintrinker und -sammler. Er schreibt regelmäßig über den Rebensaft, aus den gesammelten Kolumnen für die Zeitschrift „wein.pur“ entstand dieses schön gestaltete Büchlein. Es geht dabei nur vordergründig um Sorten und Anbaugebiete, gute Jahrgänge und interessante Sammlerobjekte. Henning holt zumeist viel weiter aus und schreibt über nichts Geringeres als: Das Leben.…
weiterlesenSMS-Buch des Monats
Christoph Grissemann & Rocko Schamoni: „Ich will nicht schuld sein an deinem Niedergang. Ein moderner Briefwechsel“. Piper 2016Grissemann, der österreichische Brachialkomiker, und der deutsche Musiker & Autor Schamoni – wie geht das zusammen? Leider nicht mit einem klassischen Briefwechsel, wie am Cover und im Untertitel versprochen, sondern mit herzergreifend nihilistischen SMS-Dialogen. Zuweilen bekunden die beiden gegenseitige Liebe, dann wieder Abneigung. Manchmal sms-en sie aneinander vorbei, zuweilen gibt es tatsächlich etwas…
weiterlesenARSONORE: Das Finale
Mit dem vierten und letzten Abend verabschiedete sich das Festival von und mit Markus Schirmer für heuer vom Grazer Publikum. Das Programm für dieses End-Spiel war gespickt von großen Namen, aber auch voll der kontrastreichen Stücke, allesamt aus dem 20. Jahrhundert. Zu Beginn begeisterte der Israeli Boris Giltburg mit seiner Auseinandersetzung mit Shostakovichs Streichquartett Nr. 8c Moll, op. 110. Hier wächst ein Weltklassepianist heran, keine Frage. Dann gab es Lyrik…
weiterlesenARSONORE: Reise im Planetensaal
Der insgesamt dritte Abend des Festivals, das in einem früheren Leben Eggenberger Schloßkonzerte hieß, brachte musikalische Höchstleistungen und viel Abwechslung in den Planetensaal. Am Beginn überzeugte das junge Equalis Quartett mit Stücken von Beethoven. Die vier Studierenden aus Ungarn und Polen konnten heuer einen Wettbewerb an der Kunstuni Graz für sich entscheiden und in den allermeisten Passagen des „Zweiten Rasumowsky Quartetts“ zeigten sie sich ebenso reif wie temperamentvoll und hochkonzentriert.Der…
weiterlesenARSONORE: Der Auftakt
Zum Beginn der heurigen zweiten Auflage von ARSONORE gab es ein Fest für Sergei Prokofjew in der Grazer Helmut-List-Halle. Es waren viele Gäste gekommen, alle in feinstem Zwirn. Für die Begrüßung sorgte der künstlerische Leiter, Markus Schirmer, humorvoll assistiert vom Grazer Bürgermeister, der in Vertretung seiner selbst erschienen war.Wie es nun so ist bei Festen, es dauert ein bisschen, bis es so richtig losgeht. Mit der Symphonie Nr. 1 D…
weiterlesenZum zweiten Mal erlebt Graz ein musikalisches Großereignis, das an vier Tagen breiter aufgestellt ist als andere das in einem Monat schaffen. ARSONORE, unter der Leitung des Pianisten Markus Schirmer, vereint Kammermusik mit großem Orchester, Literatur mit Animalischem, Stummfilm mit Klavierbegleitung. Und vor allem: Arrivierte Meister ihres Faches mit jungen Talenten. Die direkte Art der Nachwuchsförderung in Form von Engagements ist Schirmer als Professor an der Grazer Kunstuni besonders wichtig.Der…
weiterlesen„Der Grazer“: Nichts ist so alt wie die Zeitung von… heute.Schön blöd gelaufen. Da steht am Sonntag, dem 28. August, dick und fett in der Kleinen Zeitung zu lesen, was gut Informierte ohnehin schon seit Tagen mutmaßten: Das Nuke-Festival, das für den 3. September am Areal der Grazer Messe geplant war, wird heuer ausfallen. Schade, aber angesichts des eher mageren Line-ups nicht völlig unverständlich.Peinsam wurde es erst, als man das…
weiterlesenGeschichtenbuch des Monats
Bov Bjerg: „Die Modernisierung meiner Mutter“. Blumenbar / Aufbau Verlag 2016Herr Bjerg wurde hier vor genau einem Jahr lautstark gerühmt für seinen Roman Auerhaus (2015). Mit der vorliegenden Sammlung an Kurzgeschichten hat er endgültig unser Herz gewonnen. Denn Bov Bjerg kann nicht nur wunderbar schreiben, er verfügt auch über einen staubtrockenen Humor, der ihn für einen finnischen Literaturorden qualifizieren würde. Dazu kommt eine minutiöse Schilderung von Details, die in Summe…
weiterlesenRoman des Monats: Morgen mehr
Tilman Rammstedt: „Morgen mehr“. Hanser Verlag 2016 Schande über uns. Den Bachmannpreis-Gewinner Rammstedt hätten wir doch eigentlich selbst für uns entdecken können. Aber gut, es brauchte ein formidables, witziges, gescheites Interview in der aktuellen Ausgabe des Magazins Galore… Was wird dort erfahren haben: Rammstedt hat zu Beginn dieses Jahres 64 Tage lang jeden Tag ein Kapitel seines Buches geschrieben, lektorieren lassen und online gestellt. Der nun erschienene Roman ist komisch,…
weiterlesenKrimi des Monats
Christian Feiel: „Zugestellt“. Gmeiner Verlag 2016Grazerinnen und Grazern, die schon in den 1980ern und 1990ern in der Stadt lebten, wird dieser Herr Feiel irgendwie bekannt vorkommen. Dunkel bekannt. Denn der technische Zeichner und Neo-Krimiautor arbeitete früher unter anderem als Türsteher in einigen (von uns) stark frequentierten Örtlichkeiten. Vielleicht hat ihn das dort Erlebte bei der Konzeption seiner handelnden Personen inspiriert. Ganz bestimmt ist Graz als soziale und geographische Vorlage dankbar.…
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