„Die Nashörner“ von Eugène Ionesco im Schauspielhaus Graz Der rumänisch-französische Autor Ionesco hatte den militanten Patriotismus, Rassismus und Faschismus selbst erlebt. Geprägt durch die Geschehnisse in Rumänien, in Nazi-Deutschland und später auch in seiner zweiten Heimat Frankreich schrieb er Mitte der 1950er Jahre eine Erzählung mit dem Titel „Rhinocéros“ und wenig später ein Stück, das seither Einzug in den Unterricht hielt und immer wieder als Paradebeispiel für „absurdes Theater“ gilt.…
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Krieg und Frieden
Die Waffen nieder! Nach dem Roman von Bertha von Suttner, Schauspielhaus Graz Die Erweiterung des Kanons, der man sich im Schauspielhaus Graz verschrieben hat, geht in die nächste Runde. Diesmal bringen Regisseurin Sandra Strunz und Dramaturgin Anna-Sophia Güther einen Roman auf die Bühne, der bereits 1889 erschien und seither nichts von seiner Wirkung verloren hat. Die Journalistin, Autorin und spätere Friedensaktivistin Bertha von Suttner war erschüttert von vielen Schlachten, die…
weiterlesenPreview des Monats
Warum-Up, Schauspielhaus Graz Der 19. September stand im Schauspielhaus ganz im Zeichen der neuen Spielzeit. Nachmittags gab es Einblicke hinter die Kulissen. Danach erzählten Dramaturginnen über die nächsten Produktionen. Und am Abend präsentierte das Ensemble eine Vorschau als kurzweilige Show. DJ Piep von Radio Unfertig (auch bekannt als Tim Breyvogel) bewies dabei musikalischen Geschmack und Witz. In knapp 90 Minuten erhielt das Publikum einen Vorgeschmack auf Werther, Lotte und Albert…
weiterlesenDAS ORAKEL SPRICHT. Eine poptheatralische Sinnsuche nach der Graphic Novel von Liv Strömquist, Schauspielhaus Graz Wie bringt man eine zugleich farbenfrohe, geistreiche und gesellschaftskritische Graphic Novel auf eine Theaterbühne? Tendenziell wahrscheinlich gar nicht. Jedenfalls hat das noch niemand zuvor mit „Das Orakel spricht“ aus der Feder der Schwedin Liv Strömquist versucht. Welturaufführung in Graz, das gibt es auch nicht alle Tage. Zur Premiere erschien viel junges und jüngeres Publikum, das…
weiterlesenNikolaus Habjan: Herr Karl Zum Auftakt einer inoffiziellen Habjan-Festival-Woche am Schauspielhaus Graz gab der Maestro des Puppenspiels zum Auftakt am 20. Jänner 2026 wieder einmal den Herrn Karl, einen Klassiker der österreichischen Selbstanalyse. Helmut Qualtinger und Carl Merz hatten das Stück als Monolog entworfen, legendär wurde auch die Verfilmung mit Qualtinger. Nikolaus Habjan hat bereits 2010 seine Bearbeitung in Wien auf die Bühne gebracht. In seiner Inszenierung sehen wir neben…
weiterlesen„Immer noch hier. Von Ängsten und Alten und alten Ängsten“. Von Rebekka David & Ensemble mit Texten von Moliere, Shakespeare und Tschechow. Schauspielhaus Graz Dr. Rudi (the one and only Widerhofer!), der schon etwas vergreiste Chef des Instituts zur Überwindung der Angst vor dem Alter, begrüßt uns zum Tag der offenen Tür. Pflegeleiterin Sonja assistiert ihm und kümmert sich vorrangig um drei vom Leben und vom Altern durchgebeutelte Leutchen. Der…
weiterlesen„Leonce & Lena – nowhere to run“, Schauspielhaus Graz Büchner, da war doch was im Deutschunterricht. Viel mehr als der Titel des Stücks ist bei uns aber nicht hängen geblieben. Anders geht es dem Kind. Dieses wurde von der engagierten Lehrerin ins Schauspielhaus geladen und war so angetan, dass wir dem munteren Treiben auch eine Chance geben wollten. Und wahrlich: Es hat sich ausgezahlt… Aber beginnen wir von vorne. Nämlich…
weiterlesenMACBETH nach William Shakespeare von Heiner Müller Schauspielhaus Graz Es beginnt mit einem blutüberströmten Soldaten, der auf die Bühne kriecht. Und es endet mit viel Chaos und Blut. Dazwischen: Krieg, Gemetzel, Verrat, ein abgeschnittenes männliches Geschlechtsorgan etc. Ein Splatter-Movie ist dagegen Kinderkram. Wer will, kann da jetzt Parallelen zur Gegenwart suchen (Ukraine, amerikanische Waffenlobby), man muss aber nicht zwingend. Das Stück ist ein Klassiker und die Handlung braucht man dem kultivierten…
weiterlesen„Forst der Finsternis. Ein Stück vom Wald.“ Schauspielhaus Graz Sehr frei nach Anton Tschechows „Der Waldschrat“ geben Jan Koslowski und Nele Stuhler (Regie & Text) ihrer Liebe zur Natur und zu familiären Turbulenzen jede Menge Raum. Auf einer Waldlichtung treffen „das Kind“ Herzeleid (in zweifacher Gestalt!), dessen Vater Johann Hölzel, Hänsel und Gretel, die schräge Stieftante und die Hexe aufeinander. Dabei bleibt kaum ein Auge trocken und definitiv kein einzig möglicher…
weiterlesenTheater des Monats
Kampf der Lüge! Eine Manifestation Worum es im Stück geht, das am 13. 10. im Grazer Schauspielhaus Premiere hatte, erklärt der Untertitel ganz genau: „Komödienrat (Kom. Rat) Franz Solar über sein Leben, seine Lügen und unser aller Zukunft“. Es ist ungewöhnlich fürs Schauspielhaus, aber nicht unbedingt für die Schauspielerei an sich: Der berühmte Protagonist wird zur Rolle. Eines der bekannteren Werke, wo Ähnliches vor sich geht: Being John Malkovich. So…
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