Kopfbahnhof, Bad GleichenbergKunst kann und soll eingreifen, wenn Politik und Gesellschaft schwächeln. So startet dieser Tage im südoststeirischen Bad Gleichenberg der Kopfbahnhof, ein soziales Kunstprojekt zur Integration von AsylwerberInnen in die neue Heimatgemeinde und ins Gastland. Sechs Monate lange werden Aktionen stattfinden, die unter dem Motto „Tempel Treff“ stehen. Ein erster „cross cultural borders brunch“ findet am Sonntag, dem 7. August ab 11 Uhr statt.Der Serbe Selman Trtovac, der Iraner Keyvan Paydar…
weiterlesenRoman des Monats: Flammenwerfer
Flammenwerfer von Rachel Kushner, Rowohlt Verlag 2015 „Ich war wieder allein, so wie in der ersten Zeit in New York, aber es war ein anderes Alleinsein. Vieles war geschehen. Ich war mit Sandro in den Gärten der Villa Valera in Bellagio unter Platanen spazieren gegangen. Ich hatte versucht, unter einem Fresko von ertrinkenden Päpsten ungenießbares Brot zu kaufen. Ich wusste, wie es sich anfühlte, mit Tränengas angegriffen zu werden.…
weiterlesenTonträger des Monats
Tiger Family: Ohne Titel. LP 2016 pumpkin recordsDer im Leben wie in der Kunst großartig schräge Ratrock Tot Sint Jans mit Wohnsitz in Graz hat mit der Tiger Family eine neue Spielwiese, die nun endlich auch in Form einer Platte zu besichtigen und zu belauschen ist. Mit dabei sind Klaus Wohlgemuth und David Künstner, beide bekannt von Spring And The Land, sowie Paul Pfleger (Polkov, Stereoface). Die 10 Nummern dieser…
weiterlesenSachbücher des Monats: Feinspitz Graz
Zweimal blaues Cover. Zweimal ungefähr zweitwichtigste Stadt des Landes. Zweimal Essen, Trinken und allerlei Schräges. Damit hat es sich aber auch wieder mit den Gemeinsamkeiten. Diesmal im beinharten Büchertest: Ein Grazer Gastroführer. Und viel Humbug über Hamburg. „Feinspitz Graz“, von Daniela Grundner-Gross und Reinhart Grundner, Pustet Verlag 2016 Rund 70 Lokale, Geschäfte und Standln in Graz stellen die Journalistin und der Fernsehkoch vor. Die Sammlung ist empfehlenswert für alle Graz-Touristen,…
weiterlesenLauter schlechte Verlierer – und ein paar, die noch nicht einmal gewinnen können…Selten war das Angebot an Haubentauchern in einem Monat so groß. Da wären einmal Nigel Farage & Boris Johnson, die es geschafft haben, ihr Land vorwärts in die Vergangenheit der nationalistischen Engstirnigkeit zu pushen. Kein Wunder, dass Strache & Le Pen beim Gedanken an ein ähnliches Schurkenstück rote Bäckchen vor Aufregung bekommen. Nicht viel besser: Die EU-Spitze, der…
weiterlesenTonträger des Monats
my little tale – of nothing. EP, pumpkin records 2016 Auftakt. Der Steirer Michi Strasser präsentiert auf dieser CD Indie-Rock mit deutlichen Referenzen an Helden wie Sonic Youth, Violent Femmes oder die eine oder andere Seattle-Band. Nach gut 20 Jahren kann man diese Musik allerdings wieder hören, als wäre sie gestern erfunden worden. Strasser kann obendrein Nummern schreiben, die unheimlich eingängig sind und selbst im Büro zur sofortigen Bewegung der…
weiterlesenHeinz-Christian Strache, schlechter VerliererDer FPÖ-Chef, der so gehofft hatte, einen der Seinen als Präsident in die Hofburg zu bringen, tat sich schon in der Vergangenheit schwer mit Niederlagen – oder mit Siegen, die geringer ausfielen als erwünscht. Schuld sind in seinem Weltbild sowieso immer die anderen. Die „Ausländer“, die „Wirtschaftsflüchtlinge“, der „Rotfunk“ – eine ganze Armada an Feindbildern schleppt der stets aufgeregte Rechte vor sich her. Diesmal ist die Niederlage…
weiterlesenErzählungen des Monats Juni
Sasa Stanisic: Fallensteller. Luchterhand 2016Der gebürtige Bosnier Stanisic, der mittlerweile in Hamburg lebt, ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Mit einem durchaus überschaubaren Personal schildert er etwa die seltsamen Diskussionen von christlichen Menschenrechtsaktivisten, den Diebstahl eines schrecklich schlecht gemalten Kriegsbildes oder die Leiden eines Teenagers im Feriencamp. Blühende Phantasie trifft beißenden Humor, sprachliche Meisterschaft und ein sehr gutes Gefühl für das Wesen der kurzen Prosa. Geradezu genial ist etwa die Geschichte über…
weiterlesenWebsite des Monats: Rad ab
Der italienisch-amerikanische Designer Gianluca Gimini ist derzeit in der Welt der Design-Blogs und Hype-Magazine in aller Munde und vor allem: Augen. Er begann 2009 damit, Leute ihr Fahrrad zeichnen zu lassen. Es stellte sich heraus, dass niemand in der Lage war, das eigene Gefährt einigermaßen korrekt darzustellen. Eine hübsche Sammlung an Zeichnungen später kam Gimini im heurigen Jahr eine Idee: Was wäre, wenn er die Phantasie-Räder am Computer zu Realität…
weiterlesenUrsels Tagebuch, Folge 3
Folge 3: ErinnerungenAch, Tagebuch. Da sitze ich nun im Herrenzimmer, kein Herr weit und breit. Das einsame Likörfläschen drüben am Sekretär ruft mir zu: Beachte mich nicht, ich bin gar nicht da. Und in meinem Kopf drehen und wälzen sich die Gedanken an das Gestern. Als ich im Studio der Zeit im Bild saß und das ganze Land an meinen Lippen hing. 1986, Tschernobyl. Und der junge strahlende Held Haider…
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