„I love my shirt“, herausgegeben von Wolfgang Pollanz, Edition Kürbis 2016Pollanz, der pumpkin-Impressario aus Wies, hat ein untrügliches Gespür für knusprige Themen der Popkultur, die er in Form von Anthologien unters Volk bringt. Dies hier ist eine seiner allerbesten, denn: Wer hat es nicht zuhause im Schrank, das Shirt mit der (einstigen) Lieblingsband, mit dem heiß verehrten Rockstar.Irene Diwiak startet auch tatsächlich fulminant in die Geschichtensammlung, mit einer Story über…
weiterlesenPaul Plut, bekannt von Haubentauchers Lieblingsbands wie Viech und Marta, tourt derzeit durch die Lande. Der Haubentaucher war bei Pluts Auftakt im Scherbenkeller am 14. November zugegen – und sehr angetan. Der Mann mit der brüchigen Reibeisenstimme und einem grenzgenialen Talent fürs Gitarrespielen stellt sich hin und stülpt seine Gedankenwelt nach außen. Er erzählt von der ersten Studentenwohnung in Graz mit Blick aufs Music House und von den spaßigen Beobachtungen…
weiterlesenHaubentaucher des Monats
Christian Weniger: Kleingeist im Kleinformat.Der Herr Redakteur mit Hund und periodisch auftretender bissiger Misanthropie schreibt seit geraumer Zeit eine Kolumne namens „City-Mail“ in der Kleinen Zeitung. Meist bekommen Oppositionspolitikerinnen ihr Fett ab, manchmal aber reibt sich Weniger auch am Baum der Macht. Diesmal hat es vordergründig Bürgermeister Siegfried Nagl erwischt, den der City-Mailer wegen des neuen Heimweg-Telefons tadelt. Dieses soll besorgten Bürgerinnen und Bürgern beistehen, die nächtens durch dunkle Gassen…
weiterlesenTonträger des Monats November 2016
Nicolas Sturm: Angst Angst Overkill. LP/CD/digital Staatsakt/Caroline International 2016″Ich will auch was zum Chaos beitragen!“ Nein, keine Angst-Angst, das ist keine top-aktuelle Platte über Killerspinnen, Horrorclowns, Trump oder den Krieg in Syrien. Nicolas Sturm macht Indie-Pop, wie er Blumfeld-Fans gefallen könnte. Ein Hauch Romantik, eine Messerspitze Poesie, ein bisschen Hall auf der Gitarre. Wenn es gerade passt, wechselt der frühere Lindenberg-Preisgewinner auch mal kurz ins Englische. Herrlich, wie er die…
weiterlesenBuch des Monats
Ron Hall und Nicholas Tomalin: „Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst“, Malik Verlag 2016Dieses Werk entzieht sich jeder schnellen Kategorisierung. Es handelt sich um die meisterhafte Recherche von zwei herausragenden Journalisten, die 1970 erstmals erschien. Später folgte eine deutsche Übersetung in den 1990er Jahren und neuerdings die Wiederentdeckung des Stoffes, der im nächsten Jahr in die Kinos kommen wird. Das Buch ist aber weit mehr als nur eine gut…
weiterlesenFernsehbuch des Monats
Vera Russwurm: „Der Ameisenhaufen“, Amalthea 2016Gleich vorweg: Ein „Roman“, wie auf dem Cover angekündigt, ist dieses Buch nicht, außer man zählt zu dieser Gattung jede Buchstabensuppe, die nicht in Reimform daher kommt. Österreichs prominenteste TV-Moderatorin und Krone-Kolumnistin hat hingegen eher so etwas wie ein überlanges Drehbuch verfasst, das an so mancher Stelle ruft: „Verfilm mich, bring mich dorthin, wo ich hingehöre: Ins Fernsehen!“ Die Story ist (zu) reich an Personal…
weiterlesenSachbuch des Monats: NEIN
Anja Förster & Peter Kreuz: „NEIN. Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können.“ Pantheon Verlag 2016 Das neue Buch der beiden bestens gebuchten Speaker und Autoren Förster und Kreuz startet fulminant. Mit der Geschichte der eigenwilligen Wissenschafterin Marie Curie, die ihren Überzeugungen folgte, auch wenn ihr zahllose Barrieren in den Weg geräumt wurden. Die Kunst des Nein-Sagens, so Förster und Kreuz, ist heute wichtiger denn je. Auch wenn sich…
weiterlesenKonzert des Monats Oktober
Worried Man & Worried Boy. Reihe DOPOP im Orpheum Extra.Die Welt ist ungerecht. Sonst würden nämlich an jenem Donnerstag abend nicht so wahnsinnig viele Menschen ins Erdgeschoss des Orpheums wollen und nur eine handverlesene Menge in den ersten Stock. Aber: Eine Band zeigt dann Charakter, wenn die Hütte nicht voll ist und nur die eingeschworenen Fans da sind. Worried Man (Papa Janata) und Worried Boy (Bub Janata) lassen sich von…
weiterlesenherbstblog 6: Krieg im Sitzen
„Guerrilla“ von El Conde de TorrefielNachdem das Publikum endlich im Orpheum Platz genommen hat, passiert erst einmal eine Runde lang gar nichts. Dann wird die Szenerie gespiegelt. Auf der Bühne stehen ebenfalls Sitzreihen. Peu á peu trudeln Darstellerinnen und Darsteller ein, suchen nach einem freien Platz, spielen mit dem Mobiltelefon herum, unterhalten sich, begrüßen Nachkommende. Das ist in der Theatergeschichte zwar keine gänzlich neue Idee, aber doch sehr überzeugend realisiert.…
weiterlesenherbstblog 5: Schlauf gut, Cosmic Baby!
Blixa Bargeld solo beim musikprotokoll. 6. Oktober, Dom im BergDer Mann sieht von der Seite in seinem grau glänzenden Anzug aus wie der Leiter einer Kreissparkasse in Niedersachsen. Aber nur eine halbe Stunde lang. Dann schüttelt Blixa Bargeld sein Haupthaar – und da ist es wieder, das Tier im Mann. In seinem Soloprogramm mit Loop („Schlaufen“ nennt Herr Bargeld das), mehr oder weniger unterstützt vom Tontechniker („Mephisto“) singt, kreischt, parliert und…
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