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Buch des Monats

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Ron Hall und Nicholas Tomalin: „Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst“, Malik Verlag 2016

Dieses Werk entzieht sich jeder schnellen Kategorisierung. Es handelt sich um die meisterhafte Recherche von zwei herausragenden Journalisten, die 1970 erstmals erschien. Später folgte eine deutsche Übersetung in den 1990er Jahren und neuerdings die Wiederentdeckung des Stoffes, der im nächsten Jahr in die Kinos kommen wird. Das Buch ist aber weit mehr als nur eine gut erforschte und brillant nacherzählte Geschichte, es hat die Kraft eines monumentalen Romans. Wer gerne die Erzählungen von Alex Capus liest, ist hier bestens aufgehoben. Gleiches gilt für alle Freunde des angloamerikanischen Storytellings und des investigativen Journalismus.

Hall und Tomalin gehen der Frage nach, was mit Donald Crowhurst geschah. Der einstige Pilot, Unternehmer und Hasardeur hatte mit einem untauglichen Boot an einer Wettfahrt teilgenommen, die ihm 5000 Pfund und vor allem Ruhm und Anerkennung bringen sollte. Doch bald schon kam er vom richtigen Kurs ab und verstrickte sich immer tiefer in ein Geflecht von Lügen und Halbwahrheiten. Am Ende wird sein Boot verlassen im Atlantik entdeckt. Von Crowhurst fehlt bis heute jede weitere Spur. „Eine Geschichte über Heldentum, in der kein Held vorkommt“, nennt der Verlag das Buch treffend. Denn die beiden Autoren zeichnen ebenso penibel wie spannend nach, warum der britische Abenteurer sich auf die Reise machte und wie er am Ende nur mehr einen Ausweg sah, den des Verschwindens. Prädikat: Weltklasse.

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