JIGSAW BEGGARS / PERSONS FROM PORLOCK: „Tomorrow’s Ration Of Dreams“, pumpkin records, Split LP 2019 Hatten wir auch schon länger nicht mehr auf dem Plattenteller: Eine Split-LP zweier Bands. In diesem Fall treffen die Grazer Jigsaw Beggars auf die persons from porlock aus Ljubljana. Die heimische Fraktion bietet manchmal knochentrockenen, zuweilen aber auch erstaunlich melodiösen (Noise-)Rock, der zurecht in der lokalen Indie-Szene gefeiert wird. Live, so sagt man, gibt es…
weiterlesenSind da draußen eigentlich alle übergeschnappt? Speziell im Land des abgedrehten Onkel Donald könnte man diesen Eindruck täglich aufs Neue gewinnen. Als gäbe es nicht eh schon genug Spinner, hat sich in den USA eine Gruppe formiert, die sich Super Happy Fun America nennt. Nein, das sind keine kindischen alten Säcke, die gerne Sackhüpfen, Luftballons platzen lassen oder beim „Mensch-ärger-dich-nicht“ bescheißen. Es ist eine Partie von mehr oder minder frustrierten…
weiterlesenLiteraturbuch des Monats
David Österle, „Freunde sind wir ja eigentlich nicht“, Hoffmannsthal, Schnitzler und das Junge Wien, Kremayr & Scheriau 2019Wien um die Jahrhundertwende von 1900 war eine kulturelle Drehscheibe und pulsierende Großstadt. Schon Stefan Zweig widmete sich der lebendigen Literaturszene in seinem Roman „Die Welt von Gestern“. Umso interessanter ist es, diese Welt aus dem Blickwinkel der Gruppenbiographie von David Österle, die im Rahmen eines Forschungsprogrammes des Ludwig Boltzmann Institutes entstand, zu…
weiterlesenGregor Sailer: „The Potemkin Village“, vom 10. Juli bis 5. Oktober 2019 im Atelier Jungwirth in Graz Der gebürtige Tiroler Sailer zeigt Orte, die zwar eine Funktion haben, aber in der Regel kein Leben. Sie dienen als hastig aufgebaute Kulissen für vorbeiziehende Machthaber wie Putin oder als mehr oder minder penibel konstruierte Übungsplätze für das Militär. Sie sind raffiniert gestaltet und doch ein- bis höchstens zweieinhalbdimensional. Sailers Fotografien geht eine…
weiterlesenGünter Eichberger: „Stufen zur Vollkommenheit“, Ritter Literatur 2019 Der Grazer Autor Günter Eichberger springt in seinem neuen Buch von Gedanke zu Gedanke, vom reichlich verkommenen Volksschriftsteller Rosegger zur Katze, weiter zum Friseur und wieder retour, ganz so wie das Knie, das gleich zu Beginn sein Gelenk verlässt und das Weite sucht. Gleich vorweg: Freunde und Verehrer des steirischen Paradedichters und unsterblichen Waldbauernbuben werden keine rechte Freude haben mit Eichbergers Ironie…
weiterlesenInterview des Monats: Good Wilson
Good Wilson. Vier Herren in mehr oder minder gelben Hemden und mehr oder minder orangen Jacken. Und Volleybällen zwischen den Köpfen. Good Wilson, das ist neu. Gitarrenpop mit Anspruch und leichter Katerstimmung. So geht es auch in der Debut-Single um Versumpfen im trauten Eigenheim und den Wunsch nach etwas mehr Liebe im Leben. Good Wilson, das sind Günther Paulitsch, Alex Connaughton, Mario Fartacek und Julian Pieber. Man kennt sie, so…
weiterlesenDer Haubentaucher-Beisblog isst in Wien…
…und zwar Heilerde, Sushi aus Niederösterreich, Schafskäse in Asche. Zum Trinken gibt es einen frischen „Trüben Veltliner“ und Whisky aus dem Mostviertel. Ist der Haubentaucher jetzt übergeschnappt? Lesen Sie selbst! Link zum Haubentaucher Beislblog
weiterlesen„Der Stoff, aus dem Träume sind“ von Lotte Schreiber und Michael Rieper Der am 17. Juni in Graz erstmals gezeigte Dokumentar-Film richtet sich nicht nur an Architekt*innen, sondern an ein breiteres Publikum – genauer gesagt an alle, die sich mit dem Thema Wohnen eingehender beschäftigen. Anhand von Beispielen aus Graz, Wien, NÖ und Linz wird bewiesen, dass man abseits des so überhitzten Immobilienmarktes bauen, wohnen und vor allem leben kann…
weiterlesenDaniel Weissenbach: „Die Unmöglichkeit“. Roman, edition zzoo, 2018 „Aber unsere Beziehung entpuppte sich von Anfang an als schwierig; sterbensbleich wie zwei im Frühlingsfrost geschlüpfte Larven; wie zwei Glühbirnen in einem Muranoluster, die durchbrannten, ja in Scherben platzten, kaum, dass man im Dunkeln den Schalter gedrückt hatte. Stets auf den Beinen, die sich stadtein- und auswärts wundliefen; den Kopf verdreht nach Anna, bis sie endlich abhebt, endlich aufmacht, den vagabundierenden Schmutzfink…
weiterlesenDas theater quadrat rund um Werner Halbedl und Alexander Kropsch bringt in schöner Regelmäßigkeit Stücke auf die Bühne, die einen nicht mehr los lassen – wir haben schon das eine oder andere mal darüber berichtet. Mit Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ greift die Truppe einen Klassiker auf, der mit seinem Grundthema von obrigkeitlicher Ungerechtigkeit, nachfolgender Raserei und Selbstjustiz von großer Aktualität ist. Kohlhaas, der vom ehrbaren Pferdehändler zum blutrünstigen Guerrilla-Kämpfer…
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