Helge Timmerberg: „African Queen“, rowohlt 2012 Helge Timmerberg ist der größte lebende deutsche Reiseschriftsteller und das beweist er trotz zunehmender Sentimentalität, Schwerhörigkeit und Altersmüdigkeit. Und weil er kein Feigling ist, lässt er sich in seinem neuesten Buch sogar auf das wildeste Wagnis ein: Entblößung des eigenen Privat- und Liebeslebens. Der in etwa halb so alten Wienerin Lisa folgt er schwer verliebt nach Afrika und landet erst einmal auf einer schwer…
weiterlesenBuch des Monats Mai / national
Andrea Stift: „Elfriede Jelinek spielt Gameboy“, edition keiper 2012. Schon klar, der Titel ist ein bisschen daneben gegangen und der Klappentext auf der U3 übrigens auch. Aber der Rest – und um den geht es ja bei einem Buch – der ist formidabel. Grausam, böse, im mildesten Fall zum Sterben spießig, so geht es in Stifts Heimatgeschichten zu. Die ausgebeuteten Behinderten auf dem Bauernhof, die Kundschaft des Exekutors, die Globalisierungsverlierer…
weiterlesenJames Franco: Palo Alto. Eichborn Verlag 2011/2012 James Franco ist – so weiß es der Klappentext – Schauspieler (Spiderman, Milk, 127 Hours), Regisseur, Produzent, Maler, Schriftsteller und – das vermuten wir – wahrscheinlich auch Profiboxer, Fliegenfischer und Karaoke-Weltmeister. Und das ganze mit Jahrgang 1978, Respekt. Sein Werk Palo Alto ist nicht sehr autobiographisch, wollen wir hoffen, denn es geht um jugendliche Torheiten aller Art, meist alkoholinduziert und mit einer Überdosis…
weiterlesenVorhang. Wir sehen ein Ministerbüro. Am Schreibtisch lässig lümmelnd der Wirtschaftsminister bei der Lektüre des Wall Street Journals. Jäh wird er gestört durch einen hereinstürmenden Lakaien.Der Lakai: „Herr Minister, Eure exorbitante Exzellenz, Sie haben recht gehabt. Gerade bestätigen uns die Forscher Ihrer Ministerialität, dass Österreich seine Identität verloren hat. Was sollen wir tun?“Der Minister sichtlich um Contenance bemüht: „Da muss eine neue her. Rufen Sie Sir Anhalt aus dem Vereinigten…
weiterlesenEigenwerbung des Monats: Blog5
Während andere steirische Medienkonzerne in ihrer Verzweiflung Wirtschaftsmagazine aus dem Boden stampfen, die maximal nach vorindustrieller Landwirtschaft müffeln, hat sich ein junges dynamisches Kollektiv in Graz versammelt, um einen satirisch-kritischen Gemeinschaftsblog zu publizieren. Wie, was und warum? Das erfahren Sie hier: http://www.blogfive.at/
weiterlesenMartin Puntigam & Hosea Ratschiller: „Der FM4 Ombudsmann beantwortet deine Fragen“. Czernin Verlag 2012.Die sowieso beste Radiosendung des Landes, der FM4 Ombudsmann, der gemeinerweise in aller Herrgottsfrüh gespielt wird, wenn anständige Menschen noch schlafen, hat ein Buch bekommen bzw. geschrieben. Sinnigerweise von A bis Z geordnet und mit einigen Zwischenreden versehen, bietet das Werk Heiterkeit und Hilfe in gleichem Maße. Hätten Sie etwa gewusst, wie der umbrische Urvater des Musicals…
weiterlesenAugust Penz, Touristiker und Menschenfreund© Foto: www.provinnsbruck.atDer liebe Herr Penz ist Hoteldirektor in Innsbruck, der Hauptstadt von Tirol. Dieses Land, von August Penz gern als „heilig“ bezeichnet, ist offenbar von einem rätselhaften Phänomen betroffen: Irgendjemand stiehlt dort Marokkaner. Dagegen wehrt sich Direktor Penz nun und fordert zugleich etwas ein, das anscheinend ebenfalls abhanden gekommen ist: Heimatliebe. Wir wünschen ihm bei diesem Kampf alles nur erdenklich Gute. Vor allem vor Gericht,…
weiterlesenFilm des Monats April
Jeff Nichols: Take Shelter.Sommer. Eine Kleinstadt in Ohio. Ländliches Familienidyll zwischen Cornflakes und Rührei samt Vater, Mutter, Kind. Das ist die betont langweilige Kulisse, vor der Regisseur Jeff Nichols gekonnt eine bedrohliche Atmosphäre entstehen lässt. Besonders sehenswert sind seine beiden großartigen Hauptdarsteller: Michael Shannon (Serienfreaks kennen den Mann mit dem Charaktergesicht aus dem neuesten HBO-Gangster-Geniestreich „Boardwalk Empire“) und Jessica Chastain (die sphärische Rothaarige spielte schon in Terrence Malicks „Tree of…
weiterlesenSachbuch des Monats: Ich oder Ich
Mathias Illigen: Ich oder Ich. Die wahre Geschichte eines Mannes, der seinen Vater getötet hat. Verlag Edition a, 2012 Vorbemerkung der Redaktion: Bisher haben wir Bücher dieses Verlags stets mit der Vorsilbe „Un-“ gebrandmarkt. Doch diesmal ist alles anders, findet unsere Literaturexpertin RS Mathias Illigen ist Intellektueller – jung, erfolgreich und überzeugt von sich selbst. Als aufstrebender Protégé des Starphilosophen Peter Sloterdijk hat er eine große Zukunft vor sich. Doch…
weiterlesenBeislkritiken des Monats
langsam, aber sicher füllt sich auch der Beislblog wieder mit Leben. Wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut – aber sehen Sie doch bitte selbst: http://haubentaucher-beisl.blogspot.com/
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