Christoph Miler: „Nowhere Men. Illegale Migranten im Strom der Globalisierung.“ Luftschacht Verlag 2015.Es gibt wohl kaum ein aktuelleres Thema als die Lage von Flüchtlingen aus den verschiedenen Krisenregionen, die in unseren Breiten landen. Der junge Designer Christoph Miler hat allerdings nicht einige Wochen, sondern eineinhalb Jahre dafür verwendet, entsprechende reale Geschichten aufzuzeichnen. Sechs Migrantinnen und Migranten (ob man sie wie im Untertitel des Buches „illegal“ nennen sollte, sei hier dahingestellt)…
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Laufbuch des Monats Juni
Matthias Politycki: „42,195. Warum wir Marathon laufen und was wir dabei denken“, Hoffmann und Campe Verlag 2015Was dieses Buch von anderen aus dem boomenden Sektor der Marathon-Selbsthilfe-Bücher unterscheidet, ist die gnadenlose Offenheit. Da ist nicht nur von wunderbaren Erlebnissen, schlanken Körpern und prachtvollen Lauffreundschaften die Rede, sondern auch von schmerzenden Sehnen, Überheblichkeit und schrittweise zunehmender Dummheit. Was freilich bei jedem der 42 (und einem zerquetschten) Kapitel immer ein bisschen mehr…
weiterlesenLiteratur des Monats Juni
Günter Eichberger: „Wimperntierchen“, Ritter Verlag 2015Der Protagonist der seltsamen Geschichte von Günter Eichberger ist ein kulturinteressierter Killer. Er besucht Ausstellungen, führt ein Internet-Tagebuch über seine Taten, zwischendurch erschießt er Menschen. Dann gibt es da eine Prostituierte und vor allem gibt es: Amerika. Der Grazer Autor und Teilzeit-Gastrokritiker Eichberger hat ein verwobenes und irritationsreiches Netz an Worten, Bildern und Sprachspielen geschaffen, indem sich nur versierte Leserinnen und Leser auf Anhieb zurecht…
weiterlesenSekundärliteratur des Monats
Vogel, Tscherne, Janoska: The very best of Song Contest, Holzbaum 2015Nicht wirklich oder? Ein Song-Contest-Buch? Ja, Sie lesen richtig. Die Idee ist naheliegend und das Buch richtig gut gemacht. Eigentlich möchte man meinen, das alles könnte nichts als eine Abfolge des Absurden werden, doch wie die Autoren selbst im Vorwort zugeben: Es gibt eine Fülle interessanter Fakten, die selbst Hardcore-Fans überraschen wird. Und keine Angst: Vogel, Tscherne und Janoska wahren…
weiterlesenThomas Wendrich: „Eine Rose für Putin“, Berlin Verlag 2015 Drehbuchautor (und Schauspieler) Thomas Wendrich schreibt in seinem Debut-Roman über einen Drehbuchautor. Was nach einem reichlich unoriginellen Setting klingt, entpuppt sich als verwinkelte großartige Geschichte über Ost-West-Beziehungen, die Folgen von Tschernobyl, Paarbeziehungen in der DDR, in Weißrussland und im wiedervereinigten Deutschland sowie die rätselhafte Vergangenheit des russischen Präsidenten. Kinder verschwinden und tauchen wieder auf, die Postbotin ist ein wenig zu neugierig…
weiterlesenMonika Reitprecht: „Wo stehen hier die E-Books?“, Milena Verlag 2015Die Autorin ist in Wien so etwas wie ein Facebook-Star. Im weitgehend geistlosen „Wartesaal für Idioten“ (© Tex Rubinowitz in „Irma“) überzeugt Reitprecht durch Witz und Schlagfertigkeit. Sie bespielt die Facebook-Seite der Büchereien Wien und bringt auf dieser täglich tausende Menschen zum Schmunzeln. In den gar nicht grauen Alltag einer Bibliothekarin lässt sie ebenso blicken wie in das rätselhafte Denken mancher Kundschaft. Da…
weiterlesenTex- und Sex-Roman des Monats: Irma
Tex Rubinowitz: „Irma“, rowohlt 2015 Das Leben hat so manche Pointe parat. Als wir das Buch lasen, waren wir gerade auf Kurzausflug nach Kopenhagen unterwegs. Dort angekommen große Freude: Passend zum Buchtitel gibt es in Dänemark eine Supermarktkette, die sich „Irma“ nennt. Gleich mal eine Bierdose der Eigenmarke gekauft und neben das Cover gestellt. Wenig später die nächste Überraschung: Die Irma bei Rubinowitz ist nicht nur eine verflossene Liebschaft, er…
weiterlesenHunde- und Bilderbuch des Monats Mai
Christine Klell und Cornelia Böhm: „When Dogs Poop“, Edition AusblickMehr als ein Jahr lang hat Fotografin Cornelia Böhm nach einer Idee von Christine Klell Hunde fotografiert. Aber nicht irgendwelche Hunde, sondern ausschließlich solche, die gerade ihr großes Geschäft verrichten.Nein, keine Angst, in diesem Buch finden Sie nicht die Resultate dieses Vorgangs abgelichtet, vielmehr blicken wir zumeist tief ins Antlitz des Tieres und damit vielleicht sogar in seine Seele, wie es…
weiterlesenRoman des Monats: Stoner
John Williams: „Stoner“, erschienen bei dtv 2013 „Nun begann er zu begreifen, dass die Liebe weder Gnade noch Illusion war, vielmehr hielt er sie für eine Art der Menschwerdung, einen Zustand, den wir erschaffen und dem wir uns anpassen von Tag zu Tag, von Augenblick zu Augenblick durch Willenskraft, Klugheit und Herzensgüte“, schreibt Autor John Williams in seinem im Jahre 1965 geschriebenen, fast schon vergessenen und 2006 wiederveröffentlichten Roman „Stoner“. …
weiterlesenBuch des Monats?
–> Evelyn Peternel und Andreas R. Peternell: „Who the fuck is Alice? 101 Antworten auf die drängendsten Fragen der Popmusik“. Verlag Rogner & Bernhard 2015 Die erste – banale – Frage, die sich vermutlich etliche Menschen stellen werden, wenn sie dieses Buch zu Gesicht bekommen: Was soll der Hase (oder das Kaninchen?) am Cover? Wir wissen es nicht, wahrscheinlich haben wir irgendein virales Video verpasst. Die zweite Frage: Handelt es…
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