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Christine und Michael Hlatky: “Am rot-weiß-roten Jakobsweg. Pilgern von Wien nach Feldkirch”, Verlag Anton Pustet 2022

Die beiden Autor:innen sind in unserer Redaktion keine Unbekannten. Mit Wander-, Koch- und Bierbüchern sind sie bereits positiv in Erscheinung getreten. Michael Hlatky werden in der (steirischen) Verlagsszene ohnehin viele kennen. Den Jakobsweg kennt man grundsätzlich ebenfalls und es ist nicht unbedingt neu, dass sich auch andere Länder als Frankreich und Spanien ihre Pilgerrouten zusammenstellen und diese entsprechend  vermarkten. Portugal etwa, von Herbert Hirschler beschrieben, kann da einiges. Und Österreich? Ist natürlich von Ost nach West oder auch umgekehrt erwanderbar, freilich nicht ohne Hindernisse.

So beginnt das Buch mit sehr sinnvollen Hinweisen zur geeigneten Jahreszeit und zur Packliste, mit Infos zur Strecke an sich und mit den Auswirkungen von Wetter und Klima (Stichwort: Vermurungen und damit Wegsperren). Die Hlatkys rechnen mit rund 4km/h Geschwindigkeit und haben Tagesetappen von durchschnittlich 25 Kilometern im Buch zusammengestellt. Und damit geht es los. Originellerweise startet der österreichische Jakobsweg am Stephansplatz in Wien, der sollte auch nicht schwer zu finden sein. Über Schönbrunn geht es nach Purkersdorf. Da würden uns nun ausgewählte Übernachtungstipps interessieren, der Verweis im Buch auf das Tourismusbüro ist ein bisschen mager. In der Tonart geht es weiter. Karten gibt es zwar, aber nicht bei jeder Etappe, sondern in einer Art Zusammenfassung für mehrere Streckenabschnitte. Auch die Beschreibungen sind ziemlich spartanisch ausgefallen, die Hinweise zur Orientierung wirken aber hilfreich und kompetent. Und einen riesigen Vorteil hat die Knappheit der Darstellung natürlich: Mit 360 Gramm ist das Buch durchaus geeignet, um mit auf die Reise zu kommen.

Eines muss man dem österreichischen Camino auch lassen: Er führt an zahlreichen landschaftlichen wie kulturellen Highlights vorbei. Etwa an Schloss Schönbühel, dem Museum Paneum im oberösterreichischen Asten oder dem Arlberg, der auch überwunden werden darf. Wenn der Weg ausnahmsweise ohne Attraktionen auskommen muss, schreiben das die Hlatkys deutlich hin – da könnte man ja dann ein bisschen “schwindeln” und mit dem Postbus ein Stückerl fahren. Den gesamten Camino austriaco werden wohl ohnehin nur die wenigsten entlang gehen, aber wir haben uns zumindest vorgenommen, mit Hilfe des Buches die eine oder andere Etappe zu testen. Ein entsprechendes Update kommt dann hierhin. Für den ersten Eindruck überzeugt der PIlgerführer jedenfalls durch seine Kompaktheit. Mit einem Handy zusätzlich ausgerüstet, sollte die Orientierung auch ohne detailliertes Kartenmaterial gelingen. Nur ein paar speziellere Tipps zu Essen, Trinken und Schlafen wären halt schon charmant gewesen.

 

 

 

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