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La Strada 2021: Das Finale

COMMON GROUND

Noch zu sehen am 7. 8. um 19.30 im Landhaushof, Graz

La Strada hat bewiesen, dass man auch mit schwierigen Rahmenbedingungen (Stichworte: Wind, Wetter, Pandemie) gut umgehen kann. Dem Publikum merkte man an, wie sehr es sich auf die Künstler*innen gefreut hat, die Graz seit über 20 Jahren im Sommer zu einem lustigeren, leichteren, auch kontroverseren Platz machen. So gesehen ist der Abschluss mit einer Produktion wie Common Ground ideal, denn die sechsköpfige Truppe beweist, dass man nur gemeinsam Großes schaffen kann. Mit Holzblöcken unterschiedlicher Dimension werden waghalsige Türme errichtet. Damen und Herren stapeln sich zu Menschenpyramiden. Hoch oben am Trapez vollbringt die Artistin halsbrecherische Flugmanöver. In Bewegungsstudien am Boden nähern sich zwei einander an, mühsam, da in Kisten fest sitzend. Und zwischendurch irrt der eine oder andere Holzkopf durch die „Manege“.

Genauso war der „neue Zirkus“ damals gedacht. Wenig Brimborium, keine Tiger im Feuerreifen, sondern: Konzentration auf den menschlichen Körper und seine Fähigkeiten, keine reine Nummern-Revue, sondern ein durchdachtes Programm. Bei Common Ground regiert das Kollektiv und so agiert am Ende auch ein Teil des Publikums, spendet Applaus und bekommt selbst etwas davon ab.

Die belgisch-deutsche Produktion hat bei internationalen Zirkusfestivals eine Reihe von Preisen eingeheimst und zeigt auch in Graz, dass Akrobatik im Idealfall kein Selbstzweck ist, sondern ein künstlerisches Ausdrucksmittel. Ach ja: falls Sie keine Karte mehr ergattert haben, bei La Strada ist am letzten Tag der 2021er Auflage auch sonst noch einiges los:

https://www.lastrada.at/category/spielplan/sa-7-august/

Wir sehen uns 2022. Geimpft, getestet oder genesen. Und hoffentlich froh und munter…

Foto: La Strada 2021 / Common Ground/ © Nikola Milatovic

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