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Theater des Monats: Bist du GAK oder Sturm?

„Bist Du GAK oder STURM?“

Ed Hauswirth vom Theater im Bahnhof ist Regisseur von „Bist du GAK oder Sturm?“ Wir haben ihn in die Haubentaucher-Redaktion gebeten und nach allen Regeln der Kunst befragt. Und das ist dabei herausgekommen…

Haubentaucher: Monsieur, wieso das ganze?
Hauswirth: Durch den permanent wiederaufsteigenden GAK entstand die Idee, auf der Bühne „normale“ Menschen zu sehen, die sich mit der Rolle von „Fan-Sein“ in der Gesellschaft auseinandersetzen.

Die Premiere ist wahrscheinlich am 28. Februar, was erwartet das Publikum?
Eine Auseinandersetzung mit der Frage: Welche Qualität macht Fan-Sein in unserem Alltagsleben aus? Aber auch mit Männlichkeitsbildern in unserer Gesellschaft.

Gibt es signifikante Unterschiede zwischen GAK- und Sturm-Fans? Werden die alten Klischees erfüllt?
Natürlich gibt es gewisse Zuschreibungen, die die Leute auch gern selbst bestätigen. Und das Fan-Sein ist immer in Bewegung. Man trifft auf viele leidenschaftliche Menschen, was ich auch mit dem Theater verbinde. Aber signifikante Unterschiede gibt es trotzdem nicht.

Könntest du das Szenario des Stücks schon etwas genauer schildern oder ist das noch ein Betriebsgeheimnis?
Im Zentrum der Erzählung steht die Utopie von Gemeinschaft: Wir gehen von einer alltäglichen Situation aus, einem Familienfest, wo mehrere Sturm-Fans und weniger GAK-Fans sind. Dieses Fest transformiert sich in ein Stadion, zwischen dessen beiden Hälften wir uns dann bewegen. Dann sehen wir, was diese Leidenschaftlichkeit und Hingabe für eine Auswirkung auch auf die Haltung im Alltag hat. Zusätzlich gibt es Videomaterial und Dokumentationsmaterial, das projiziert wird.

Du arbeitest mit engagierten Laien. Ausschließlich?
Nein, auch zwei Schauspielerinnen des Hauses werden teilnehmen, denn wir wollten das Schauspielhaus mit in den Prozess nehmen.

Gezeigt wird es auf der großen Bühne im Haus 1. Für eine Laiengruppe ist das sehr spektakulär. Ist das die erste Erfahrung dieser Gruppe in dieser Art und Weise?
Ja, es ist aber auch keine Laien-Gruppe, die kontinuierlich besteht. Und wir versuchen ein Setting zu finden, dass für Menschen ohne professionellen Hintergrund spielbar ist.

Warum wurdest Du als Regisseur ausgewählt?
Ich gelte ja als jemand, der fußballaffin ist und dadurch wird mir dieses Thema auch zugetraut. Ich selbst, das mache ich jetzt transparent, bin Sturm-Fan und die Frage „Bist du GAK oder STURM?“ musste ich tatsächlich schon in der ersten Klasse Volksschule beantworten.

So wie wir alle!
Und vieles, was ich über Gruppen und auch über Theaterensembles weiß, kommt auch aus meiner Erfahrung, selbst in einer Fußballmannschaft gespielt zu haben.

Ist es Kultur, was sich in den Stadien abspielt?
Es ist auf jeden Fall eine Alltagskultur.

Wird das Schauspielhauspublikum fußballaffin genug sein für dieses Stück?
Ich glaube, das Thema ist auch den klassischen Schauspielhausabonnenten schon viel näher gekommen. Theater allgemein kann etwas lernen, von der Sinnlichkeit, die im Stadion herrscht.

Wann dürfen wir Deiner Meinung nach das nächste Grazer Darby erleben?
Ich würde sagen, übernächste Saison – ich bin überzeugt, dass es kommt.

Danke fürs Gespräch!

Foto: Polsterpics

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