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La Strada 2026/5: Ein Zirkus wie damals

Circus Ronaldo: Da Capo

La Strada widmet sich üblicherweise dem Cirque Nouveau, dem neuen Zirkus. So gesehen ist dies hier ein schönes Gegenstück. Denn die belgische Zirkus-Dynastie Ronaldo zeigt ihre eigene Familiengeschichte, die seit 1842 eng mit dem Leben im Zelt verbunden ist. Acht Generationen Ronaldos gilt es zu behandeln, die Oma ist ebenso dabei wie die Allerjüngsten.

Und die Ronaldos haben keinen Aufwand gescheut. Vom alten R4 bis zum US-Lastwagen wurde alles mit nach Graz gebracht. Kulissen jede Menge. Räder von groß bis mini-klein. Und sogar ein riesiges Pferd. Zum Wiehern! Naja, da stecken wieder ein paar Ronaldos dahinter, Tiere gibt es auch bei diesem Da Capo keine mehr im Zirkus. Die 184 Jahre werden in 90 Minuten in die Manege gebracht. Es gibt erste Clownerien zu sehen, Pantomime, theatralisches Wassertheater (der Autor dieser Zeilen durfte auf die Bühne und wurde kaum nass), es gibt Krieg und Frieden, US-Soldaten, so etwas wie frühe kulturelle Aneignung, wenn der Belgier zum Cowboy wird. Es gibt jede Menge Twist und Hula Hoop – und es gibt wie immer bei Ronaldo Komik und Akrobatik im Doppel-Pack. Spitzentanz auf Gläsern und Flaschen, Seil und Trapez, Jonglage vom Feinsten und Slapstick-Einlagen klassischer Clowns.

Die Familiengeschichte ist zugleich Zeitgeschichte und berührt in vielen Momenten, vor allem auch beim Abschied. Das Publikum lebt in vollen Zügen mit, der eine oder die andere ist sicher froh, dass nicht alle Teller wirklich durch die Gegend fliegen. Ein zauberhaftes Da Capo, das sich Zirkus-Fans nicht entgehen lassen sollten.

Noch zu sehen am 3.8., 5.8., 6.8., 7.8. und 8.8. jeweils um 20:00 Uhr in Graz-Reininghaus. Infos und Tickets unter www.lastrada.at

Fotos © La Strada Graz / Nikola Milatovic

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