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Musik

Tonträger des Monats September 2026

UCHE YARA: Bodyscanner. goldendays FM, VÖ 25. 9. 2026

Die Musikerin ist uns das erste Mal bei Elevate 2026 aufgefallen und zwar ausgesprochen positiv. Wenn man sich ihren Tourkalender für Oktober und November ansieht, merkt man: Die Begeisterung reicht mittlerweile deutlich über die Grenzen unseres Landes hinaus. Das dürfte nicht zuletzt mit dem Gewinn des Music Moves Europe Awards zusammenhängen. Dazu kommt, dass sie mittlerweile live bei Bilderbuch zu erleben ist, und das ist ja auch nicht irgendeine Band.

Bodyscanner, die Debut-LP der gebürtigen Linzerin, die seit längerem in Berlin lebt, bringt einen Sound, der im Pressetext so zusammengefasst wird:pulsierendes Clubalbum: Black, queer, inklusiv“. Dazu kommt ein starker Hang zu repetitiven Elementen, ein spannungsgeladener Mix aus Tempo und Emotion. Uche Yara holt sich nicht nur Anregungen von den Dancefloors, sondern auch aus der World Music. Ein erstklassiges Album und zwar nicht nur zum Hoppsen im Wohnzimmer oder im Club, sondern für viele Gelegenheiten. Klare Ansagen. Coole Stimme. Sehr gut produziert. Hoffentlich kommt Uche Yara auch bald wieder in unsere Breiten. Am 5. 11. ist sie in der Wiener Arena, das ist für die nächste Zeit alles, was wir für Ö gefunden haben. 

Foto: © Polina Gavrilova

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URSULA STRAUSS & ERNST MOLDEN: nochdvegl. Medienmanufaktur VÖ 18. 9. 2026

Der Musiker und die Schauspielerin und Sängerin ergeben ein wunderbares Duo, das ist keine Neuigkeit mehr. Auf dem dritten gemeinsamen Album steht die Dunkelheit im Vordergrund, der Titel verrät es schon. Auch die Texte sind vorwiegend düster. Nur die Stimme der Ursula Strauss klingt hell, während Molden die Gitarre zupft. Aufgenommen im Mai 2026 in Oslip von Thomas Pronai kommen die elf Songs gerade recht für einen Herbst, der hoffentlich mehr vom „bledn Regn“ bringt, weniger Sonne, mehr Zwielicht. Anspieltipp und unser derzeitiger Liebling: „bim boogie“, eine Ode ans Tramwayfahren. Ein zeitloses Album, das dem Wiener Musikerbe ein neues Kapitel hinzufügt, und das die beiden ab dem 5. 9. von Baden und Wien bis nach Radenthein, Linz und Perchtoldsdorf führt. Nur Graz fehlt derzeit noch auf der Liste.

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LEFTOVERS: Schau nicht so. Phat Penguin Records, VÖ 25. 9.


Anders gehen es die Leftovers an. Die beginnen ihre Tour zur neuen Platte nämlich am 2. 10. in Graz (sehr empfehlenswert!) und biegen dann über Wels nach Deutschland ab. Als Support der Fontaines DC und der Toten Hosen sind sie sicher schon vielen da wie dort aufgefallen. Beim Rostfest waren sie heuer auch (wir leider nicht). Und wie ist das neue Album? Texte und Sound sind wie immer Punk pur mit einem kleinen Schlenkerer in Richtung Grunge. Der häufigste Kommentar auf Youtube bei ihrem Video zu „Nasenbrecher“ lautet: „Banger!“ Wer sie probehalber live sehen will, ohne das Haus zu verlassen, sollte sich das hier ansehen. Aber noch besser wäre es, einfach mal die schön geradlinige „Schau nicht so“-Platte zu kaufen und dann ins Grazer PPC oder in den Welser Schlachthof zu hopsen.

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PHAL:ANGST: Minor Tremors. Noise Appeal Records, VÖ 18. 9.

Punk ist auch der Phal:Angst aus Wien nicht fremd. Im Gegenteil: Seit mittlerweile zwanzig Jahren sorgt die Band für ein Umfeld aus Gesellschaftskritik und Gitarrensound. Sehr viel früher hätte man „No Future“ dazu gesagt. Aber so schicksalsergeben sind Phal:Angst dann doch nicht. Widerstand ist möglich, sagt uns das Album. Und was sagt der kluge Paul Poet? Der Pressetext verrät uns dieses: „Selten haben Düsternis und Tagträumerei einen so schönen — und so österreichischen — Platz im pechschwarzen Raum zwischen Mogwai, Nine Inch Nails und Godspeed You! Black Emperor gefunden.” Und was sagen wir:  Gehört in die Sammlung. Und gehört angeschaut, wenn ihr die Chance habt, am 25. 9. ins Rhiz nach Wien zu kommen. Wo für die Phal:Angst vor zwei Jahrzehnten alles begann…

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RO BERGMAN: Saum. Bergmann Music, VÖ 11. 9.

Der Saum, den der österreichische Indie-Musiker Bergman meint, das ist der Übergang zwischen dem einen und dem anderen in der Landschaft. Der Salzburger weiß, wovon er spricht. Im Lungau, wo er offenbar letztlich doch lieber ist als in Berlin, gibt es jede Menge Landschaft. Und wahrscheinlich passt Bergmans Musik auch besser zu Weite und Ruhe als zur hektischen Großstadt. In einem sehr lesenswerten Interview mit der Plattform MICA meinte er über seine Herangehensweise an die Musik: „Ich versuche, jeden Song so zu produzieren, wie er daherkommt. Manche werden lauter und schneller, manche sind ruhiger. Tendenziell würde ich eher ruhige Lieder schreiben, aber ich will halt auch gerade für Live-Auftritte, dass die Songs schon nach vorne gehen. Bezüglich Texten ist es so, dass manche Wortfetzen da sind, und um diese Wortfetzen herum baue ich dann den Song. Da schreibe ich zum Teil 40 bis 50 Seiten auf, um dann auf die nötigen Zeilen vom Song zu kommen.“

10 Songs sind auf dem neuen Album. Und wer es lieber lauter hat, fängt mit „First Cut City Love“ an, denn irgendwie lässt die Stadt den Bergman ja doch nicht los. Eine echte Entdeckung!

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FEE PENAFIEL: Die Wolken über uns. major mietz, VÖ 18. 9.

Ab und zu sollten wir doch einen Blick über die Landesgrenzen machen. Und weil wir Dota Kehr sehr mögen, hat uns die PR-Agentur mit dem Versprechen gecatcht, das hier würde ihr nahe kommen. Und wahrlich: Fee Penafiel aus Frankfurt, Singer-Songwriterin mit Flohmarkt-Gitarre, enttäuscht nicht. Coole Stimme, schöne Texte, zauberhafte Sache dieses Wolken-Album.

Möchte ein:e Booker:in sie mal nach Österreich holen?

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LA SIRENA: The Sorceress Dreaming, TOURBOmusic, VÖ 25. 9.

Wenn wir schon über die Grenzen schauen, dann sollte man sich auch dieses Album anschauen. Carolina Stiles, die sich hinter dem Pseudonym La Sirena verbirgt, ist eine der außergewöhnlichsten Musikerinnen, die wir 2026 zu hören bekommen haben. Stellt euch Björk vor, die Klavier spielt und aus einem einzigen 15 Minuten langen Stück einen Longplayer komponiert. Aufgenommen in wenigen Tagen live in Bristol mit dem britischen Bassisten Dave Ayre und dem Schweizer Schlagzeuger Eddie Walker. Live ist das Schlüsselwort dabei, denn die Platte hört sich an, als sei sie in einem Theater aus den 1920er Jahren aufgenommen worden.

Beiträge kommen auch von Gitarrist Jean Pierre von Dach (CH), dem Trompeter Silvan Schmid (CH) von The Gamut Kollektiv, dem südafrikanischen Künstler Brendan Adams sowie dem Schweizer Singer-Songwriter Timothy Jaromir (CH). Auch eine entscheidende Rolle spielte Simon Kistler. Denn der Pressetext hat recht, wenn er von einem „warmen, offenen und atmosphärischen Sound, der die Unmittelbarkeit der Live-Aufnahmen bewahrt“ spricht. Ein Spiel mit Laut und Leise, ein eigenwilliges großes Werk, das Menschen mit Geschmack unbedingt hören und anschaffen sollten. 6 Sterne von 5 möglichen.

PS: Wer tiefer gräbt, stößt auch auf Linah Rocio, unter diesem Namen hat Carolina Stiles mehrere Platten veröffentlicht. Vielleicht lohnt sich da eine weiterführende Recherche.

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