Markus Schirmer & The ARSONORE All Star Band: „Love Party“, 6. 9. 26, Oper Graz
Bob Mendelsson ist das Phantom in der Oper an diesem bunten Abend, den Markus Schirmer für seine Friends & Fans konzipierte. Bob Mendelsson, Sie werden es schon gehört oder gelesen haben, war ein Pseudonym, mit dem Schirmer sehr erfolgreich Pop-Songs schmiedete. Mit im Boot damals Kabarettist Gernot Haas sowie die beiden Producer und Synthie-Großmeister Roland Krainz und Franz Kreimer. Schirmer und Haas hatten damals keine Scheu „heart“ auf „apart“ zu reimen, „rain“ auf „pain“. Und sie ließen sich dabei musikalisch inspirieren, von allem, was groß und glamourös war. Celine Dion, Dionne Warwick, Whitney Houston hatten gerade keine Zeit, aber Sandra Pires übernahm das Mikro in überzeugender Weise. Etliche Top-40-Hits und ein Überraschungserfolg im koreanischen TV waren die Folge.
Dieser Phantom-Zeit ist also der Abschlussabend bei ARSONORE 2026 gewidmet und die Show bekommt mit der Annäherung an die Welt der bombastischen Bond-Songs einen ersten Höhepunkt. Von Funk bis Latin, Rock und Pop, Soul und World Music führen Schirmer, der famose Gitarrist Manuel Randi, Alvis Reid am Bass, Christian Bakanic am Akkordeon sowie die erwähnten Kreimer, Krainz und Pires das Grazer Publikum durch die Musikgeschichte. Edmundo Carneiro sorgt mit seinen Percussion-Künsten für Jubel, die fantastische Schlagzeugerin Janette Williams, die Schirmer in London sah und engagierte steht ihm um nichts nach. Patricia Moreno und Fred Owusu singen, dass es nur so eine Freude ist. Schirmers langjähriger Scurdia-Partner Risgar Koshnaw ist gegen Ende hin auch mit von der Partie.
Kitsch wird glücklicherweise ausgespart, die besungene Liebe ist eine tiefe, eine feurige, eine mitreißende. Am Ende gibt es Standing Ovations und genau eine Zugabe. Denn Markus Schirmer hat gelernt, Haus zu halten. Die Moderationen sind am Punkt. Das Programm auch. Ein wahrlich funkelndes Finale, ungewöhnlich für die Oper, aber nicht unmöglich.
Let Love Rule
(Lenny Kravitz)
Foto: Fred Owusu © Robert Theinert-Wiesinger