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Musik

Tonträger des Monats Oktober

Fijuka: „Use my soap“/ seayourecords / rough trade 2015

Das deutsch-österreichische Duo Fijuka gibt auf dem zweiten Album gleich mal ordentlich Synthie-Vollgas. Der „Dark day“ wird mit den Mitteln des Glitzer-Pop auf Samstagabend-Disco gebürstet. Auf „Cold Brat“ klingt Ankathie Kois Stimme abgeklärt, bis der Refrain wieder so einfährt, dass die Charts eigentlich wackeln müssten. Während die heimischen Blätter gerade noch auf den Bussibussi-Zug aufspringen, sind diese beiden Frauen definitiv schon weiter in Richtung schrägem und vor allem internationalem Pop unterwegs als die Rockpartie in den speckigen Lederjacken. „No one gets anything for free“ singen Fijuka und sie wissen sehr genau, wovon hier die Rede ist. In den Dean Street Studios in London ging ihnen das Geld aus, sodass sie kurz entschlossen gleich vor dem Mischpult campierten. Apropos: Ca Ca Caravan ist schon jetzt ein Indie-Hit. Der Rest des Albums lohnt ebenfalls die Anschaffung. Live-Präsentation am 13. 10. im Wiener WUK und am 5. 11. in Feldkirch.

Bixiga 70: „III“ / glitterbeat / indigo 2015

Bixiga 70 stammen aus Sao Paulo und vereinen mit ihrem dritten Album Afro-Elemente mit Jazz, Funk, Cumbia und Samba – um nur einige Einflüsse zu nennen. Das alles zu 100% instrumental, aber deswegen nicht weniger mitreißend. Die zehn Band-Mitglieder machen ordentlich Dampf, herausragend die Bläser-Fraktion und die Kollegen an den Percussions. Geniales Material für alle DJs und Leute, die sich gerne dem Tanz hingeben. Anspieltipps: Das fetzige „Niran“ und das chillige „Di Dancer“. International bereits eine große Nummer, bei uns noch ein Geheimtipp.

Wild Child: „Past & Present“ / noisetrade 2015

Grenzgenialer Pop findet sich auf dieser Spezial-Kollektion, die man ab 0 Euro bei noisetrade herunterladen kann, gerne werden allerdings freiwillige Spenden gesehen. Die siebenköpfige US-Band Wild Child ist gerade mit ihrer dritten Platte „Fools“ am Start und will hier mit ein paar älteren Perlen ein klein wenig für die Neuerscheinung werben. Eine Strategie, die voll aufgeht, macht doch „Past & Present“ Lust auf wesentlich mehr. Sanfte Songs wechseln mit kraftvollem Swing, ein „Album“, das man in einem Zug durchhört und dann sofort auf die Repeat-Taste drückt. Wer schwindelfrei ist und sich das gerne mal anschauen und anhören will:

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