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Romane

Roman des Monats: Auerhaus

Bov Bjerg: Auerhaus. Verlag Blumenbar 2015

Bov Bjerg ist bislang eher als Förderer von literarischen Talenten, als Schauspieler und Kabarettautor aufgefallen denn mit eigenen Büchern. „Auerhaus“, das der Gattung Jugend- oder Pubertätsroman in der Tradition von Salingers „Der Fänger im Roggen“ bis hin zu Herrndorfs „Tschick“ zugeordnet werden könnte, ist daher so etwas wie eine kleine Sensation auf dem deutschsprachigen Buchmarkt. Erzählt wird die Geschichte des lebensmüden Frieder und seiner Freunde, die eine Zeitlang im „Auerhaus“ friedlich zusammenleben, ehe das Schicksal seinen Lauf nimmt. Das Buch ist voller musikalischer Anspielungen – von „Our House“ der Ska-Band Madness über „Birth, School, Work, Death“ von den Godfathers bis zum schauderbaren „Final Countdown“ von Europe. Eine eigene Playlist ist konsequenterweise auf des Autors Website verfügbar.

„Auerhaus“ ist gleichermaßen berührend wie komisch, glaubwürdig und doch skurril. Die Sprache hat spielerische Elemente und ist doch nüchtern, sie gleitet niemals in hohles Pathos ab, sondern kann Situationen präzise sezieren. Besonders eindrucksvoll liest sich das an einer Stelle, als Frieder, der ob der massiv verabreichten Psychopharmaka deutlich zugenommen hat und tapsig wirkt, sich setzen will und der Autor dies minutiös grammatikalisch herleitet. Zu den erklärten Fans des Buches zählt Schauspieler und Musiker Robert Stadlober, der „Auerhaus“ einen eigenen Cover-Song gewidmet hat. Zu hören auf www.auerhaus.de Ein wunderbares Buch für Menschen, die entweder jung sind oder sich zumindest noch an ihre Jugend erinnern können.

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