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Elevate 2026: Der Weckruf

Ein Festival, das quasi schon vor der Eröffnung beginnt. Elevate 2026 startete am Vormittag mit „ozeanischem Hören“, wir hingegen nahmen eine Podcast-Folge auf, die ihr Mitte März hören werdet.

Um 13.00 ging dann die erste Keynote über die Bühne des Heimatsaals.

CATHRYN CLÜVER ASHBROOK: „DER AMERIKANISCHE WECKRUF“

Die deutsch-amerikanische Politikwissenschaftlerin ging kurz auf die Geschichte der US-Verfassung ein und widmete sich dann der „strategischen Kreativität“, die notwendig sei, um die Demokratie da wie dort zu verteidigen. Clüver Ashbrook schilderte Problemfelder wie die „News Avoidance“ oder die ungehemmte Entwicklung von Social Media Kanälen, die de facto außerhalb jeder staatlichen Kontrolle operieren. Übrigens eine Entwicklung, die unter Clinton einen entscheidenden Schub bekam.

Die deutsche Expertin beließ es aber nicht dabei, Probleme zu benennen, sie wollte auch bewusst Lösungen aufzeigen. Sie sieht aktuell Widerstand auf verschiedenen Ebenen in den USA und ermutigt damit auch Europäer:innen, aktiv zu werden. Die Medien nimmt sie besonders in die Pflicht. Clüver Ashbrook betonte, dass außerhalb der USA viel zu wenig über zivile Strategien berichtet werde, die Trumps Politik entgegen gesetzt werden. Eine Hoffnung sei, dass Trump und seine Hinterleute das demokratische System überall gleichzeitig umbauen wollen und damit in eine Reihe von Konflikten geraten, die selbst für den scheinbar mächtigsten Mann der Welt mehr als nur nervig werden. So wehrt sich etwa nicht nur ein größer werdender Teil der Bevölkerung, auch die Justiz lässt sich nicht alles gefallen.

Clüver Ashbrook gelang an diesem ersten Nachmittag ein Auftakt, der Lust auf noch mehr Diskurs macht. Nicht zuletzt dürfen die Fragen aus dem Publikum gerne zunehmen. Wer die Keynote versäumt hat, am Thema aber interessiert ist, sollte sich das neue Buch „Der amerikanische Weckruf“, erschienen bei Brandstätter zu Gemüte führen.

Foto: haubentaucher.at

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