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Briefe des Monats August 2017

Harry Rowohlt: “Und tschüs. Nicht weggeschmissene Briefe III”, Kein & Aber 2016

Der Großmeister des grantelnden Humors war zeitlebens berühmt-berüchtigt für seine knorrige Korrespondenz. Verleger, Veranstalterinnen, Autoren, alle wurden sie entweder mit überraschend aufgekratztem Lob oder aber (sehr viel häufiger!) mit übel gelauntem Gebrumme bedacht. Besonders schön sind seine diversen Korrekturen auf Anfragen aller Art, da werden etwa Journalisten dezent aufgefordert, doch noch mal ein wenig zu recherchieren. Und noch viel schöner aus unserer Sicht sind Rowohlts Anmerkungen zu seiner Zeit als Akteur in der Endlos-Serie “Lindenstraße”.

Auch in der ganz kurzen Form besticht der Briefeschreiber, etwa wenn er Olli Dittrich ausrichtet, es würde ihn gern jemand nach Kiel verpflichten und prompt ein Gedichtlein folgt. Oder wenn er schreibt: “Nein, schicken Sie mir bitte nicht Ihr Buch. Ich lese keine Bücher.” Herrlich, wie er Jobangebote ablehnt: “Ein ganz typischer Anschlussauftrag. Und wenn ich etwas nicht gebrauchen kann, sind das Anschlussaufträge. Wenn ich etwas geschenkt kriege, finde ich das immer doof, denn wenn ich etwas noch nicht habe, bedeutet das, daß ich es nicht haben will, weil ich es sonst längst hätte (…).”

Ein Muss für alle, die selbst gern grimmige Briefe schreiben würden – oder froh sind, nie von Harry Rowohlt Post bekommen zu haben.

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