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Ausstellung des Monats: Nikolaus Walter

Nikolaus Walter: „Steiles Erbe. Das Große Walsertal“, 

zu sehen bis 24. Juni im Atelier Jungwirth in Graz

 

Kreuz, St. Gerold (1978)

 

Nikolaus Walter, geboren 1945, hat von Vorarlberg aus die Welt der Fotografie kennengelernt, wenn nicht sogar erobert. Seine Serie über den „Toronto Cowboy“ etwa ist legendär geworden. Er hat Neuseeland besucht, Südamerika und viele Länder Europas. Bei all den Reisen hat er nie freilich auf seine Heimat vergessen. Bereits in den 70er Jahren fotografierte er Land und Leute mit einer Perspektive, die nicht allein die richtige Bildkomposition, sondern auch soziologisches Interesse zeigt. Es sind einfache Menschen, karge Landschaften, Architekturen, die dieser Kargheit angepasst sind. In den Gesichtern sieht man aber nicht nur die Spuren der Zeit und der harten Arbeit, sondern auch scheinbar unbeschwerte Freude. Diese frühen Bilder werden in der Ausstellung am Grazer Opernring kontrastiert mit Aufnahmen aus den Jahren 2000 bis 2002. Was hat sich geändert? Welche Konstanten prägen das Leben in diesem Teil des Landes? Dazu gibt es erhellende Texte an den Wänden des Ateliers. Während bei uns in der Stadt die Reichen gerne oben auf dem Hügel residieren (Ruckerlberg & Co.) gilt es im schmalen Walsertal als besonders fein, „unten“ zu wohnen. Je weiter oben, desto einfacher und ärmlicher, das scheint die soziale Grundregel zu sein. Nikolaus Walter durchbricht diese strengen Ordnungen aber ohnehin und zeigt bevorzugt die Menschen, die sonst nicht im Mittelpunkt stehen. In einem Nebenraum des Ateliers gibt es dann noch weitereichendere Arbeiten zu sehen, etwa eine herrliche Szene mit einem Mann, der sich einem Werk von Picasso nähert. Eine spannende Schau in schwarz und weiß, für alle, die Fotografie abseits von Hochglanz erleben wollen.

 Spizzega Klesenza (1978)
 
Fotos: © Nikolaus Walter / Atelier Jungwirth

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