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Der Haubentaucher beim steirischen herbst

Eine knappe Woche dominiert er noch das Kulturgeschehen in der Stadt, der steirische herbst 2009. Leider ist die schönste Gastgartenzeit vorbei, dennoch lohnt sich eine Besichtigung der temporären Festivalzentrale vor dem Orpheum. Im Haus selbst gab es am vergangenen Wochenende ein Stück des jungen Argentiniers Federico León zu sehen. „Yo en el futuro“ vermischt das Geschehen auf der Bühne und auf der Leinwand. Drei Generationen stellen Szenen vor und nach, die Zeit beginnt sich um die Darsteller zu drehen. Nach Anweisungen der Älteren beginnen die Kinder sich zu gruppieren, zu agieren. Die lateinamerikanische Tradition der Auseinandersetzung mit der Chronologie von Ereignissen (siehe etwa García Márquez) wird hier ebenso aufgegriffen wie die Liebe zu alten Super-8-Filmen, die das Familienleben für Jahrzehnte festhielten. Ein knappes, auf das Wesentlichste reduzierte Stück, das dem Betrachter viel Raum zum Weiterdenken einräumt. Wenn man das so sagen darf: „sehr argentinisch“. Schön, dass der herbst so weit über die Grenzen schaut.

Federico León, Yo en el futuro“ („Ich in der Zukunft“). Foto: wolfgang silveri

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