Heinz Boxan: „Der Fall Herberstein“Das beste an diesem Werk ist der Untertitel, der auch gleich die Grafik des Covers dominiert: „Ein prächtiges steirisches Fiasko als Beispiel für organisierte Kriminalität rund um eine falsche Gräfin“. Na, das pfeift aber. Der Vorwurf organisierter Kriminalität könnte womöglich ins Auge gehen, aber derzeit haben wohl der Autor und das Subjekt seiner Betrachtung andere Sorgen als zusätzliche Klagen und Prozesse. Andrea Herberstein, eine Bürgerliche, wie…
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Un/Buch des Monats April
Rainer Moritz: „Der ganz große Traum – oder wie der Lehrer Konrad Koch den Fußball nach Deutschland brachte“, rororo März 2011Der junge Lehrer Konrad Koch kehrt von England nach Braunschweig zurück und will seinen pubertierenden Schülern Teamgeist und Ballgefühl beibringen. Ja, wir reden über Deutschland und über Fußball. Das Problem: Wir schreiben das Jahr 1874 und das lokale Bildungsbürgertum, besonders die Lehrerkollegen und der rabiate Vorsitzende des Elternvereins, können dem…
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Werner Ringhofer: „Herwig Ertl. Einfach Genuss! Ansichten eines kulinarischen Querdenkers.“ Carinthia Verlag.Zugegeben, perfekt ist das Buch nicht. Da wird ein bisschen gar oft der Begriff „Edel-Greißler“ für den eigenwilligen Kaufmann Herwig Ertl aus Kötschach-Mauthen bemüht. Auch verliert Gastro-Journalist Ringhofer seinen Protagonisten erstaunlich rasch aus dem Fokus und widmet sich lieber hingebungsvoll dessen Lieferanten und Partnern. Aber in Zeiten der kulinarischen Massenabfertigung und der Allgegenwart von Diskont-Supermärkten ist ein solch liebevoll…
weiterlesenUnbuch des Monats Jänner
Dirk Stermann: 6 Österreicher unter den ersten 5, ullstein VerlagGanz ehrlich: natürlich lieben wir den bissigen Humor von Grissemann und Stermann, auch wenn wir immer schon gemutmaßt haben, dass wirklich witzig eigentlich nur einer von beiden ist. Dirk Stermann ist es eher nicht, wenn man sein neues Buch aufmerksam liest. Ja, wir haben es mitbekommen, das Ding verkauft sich super. Gehört anscheinend in jeden bildungsbürgerlichen Bobo-Haushalt. Ist leider trotzdem weder…
weiterlesenUn/Buch des Monats April
Wolfram Siebeck „Siebecks Seitenhiebe. Aus dem Leben eines Berufsessers“, Verlag Gräfe und Unzer 2008Aus Gründen, die hier noch nicht detailliert dargelegt werden können, liest der Haubentaucher momentan recht massig Bücher aus dem Bereich Kulinarik & Kritik. Von Altmeister Siebeck haben wir uns da einiges an Würze erwartet und zu Beginn enttäuscht er uns auch nicht. Er lästert gegen Gourmet-Festivals, regt sich über Spargel auf und über Kellner, die zwei Stunden…
weiterlesenBuch des Monats März
„Der Papierene. Das Leben des Fußballstars Matthias Sindelar“, von Sascha Dreier. Band 1 (1903-1933), erschienen bei Ueberreuter. Für Fußballinsider ist das Buch keine Neuigkeit mehr, es erschien bereits 2009. Aber für alle Anderen ist das hier eine schöne Empfehlung, rechtzeitig zum Frühlingsstart nach den Winterspielen. Wenn ein deutscher Cartoonist sich in gezeichneter Form mit einem legendären Wiener Kicker auseinandersetzt, mag das seltsam sein. Doch Sascha Dreier macht seine Sache sehr…
weiterlesenBuch des Monats Feber 2010
Ruth Reichl: „Falscher Hase. Als Spionin bei den Spitzenköchen“, Taschenbuch bei blanvalet 2008.Die Dame war nicht nur eine gefürchtete Gastrokritikerin (für die New York Times), sondern auch notgedrungen eine Meisterin der Verwandlungskunst. Ruth Reichl erzählt hingebungsvoll und flott über ihre Erlebnisse in der wahrscheinlich aufregendsten Kulinarikmetropole der Welt. Über piekfeine, aber lausig geführte Lokale, über ihre Liebe zu asiatischen Spezialitäten und über die Kostüme, die sie anlegt, um unerkannt zu…
weiterlesenBuch des Monats Jänner 2010
„Verbrechen“ von Ferdinand von Schirach, Piper 2009Verbrechen lohnt sich nicht. Eh klar. Außer für all die Juristen, die in den vergangenen Jahren aus ihrem Berufsleben Literatur gemacht haben. Der beste von allen – zumindest im deutschen Sprachraum – ist bislang Ferdinand von Schirach, der die grausamsten und brutalsten, aber auch die schönsten Geschichten zusammentrug, die Personen bis zur Unkenntlichkeit veränderte und dann sprachgewaltige Short storys daraus machte. Was unsterbliche Liebe…
weiterlesenBuch des Monats Dezember
Günter Eichberger: „G-Punkt des Universums. Aus der Stadtchronik eines Flaneurs“, 2009 Edition Keiper. „Wozu brauch ich das? Die Kolumne les ich eh in der Kleinen Zeitung“, so mag mancher Kleingeist denken angesichts des neuen Buches des Grazer Autors Günter Eichberger. Weit gefehlt ist dieses Urteil allerdings aus zwei Gründen. Zum einen ergibt erst die Zusammenschau eine klare Sicht auf das seltsame kleine Universum, das der Stadtflaneur nicht nur beschreibt, sondern…
weiterlesenBuch des Monats November
Die Fußball-Matrix. Von Christoph Biermann. Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch 2009. Biermann ist einer der besten deutschen Sportjournalisten und ein origineller Buchautor obendrein. In seiner Matrix trägt er allerhand Fakten zusammen und untersucht wissenschaftliche Fragen zur Fitness von Fußballern genauso wie unterschiedliche taktische Ansätze. Kurzweilig, intelligent und unterhaltsam, wenn man mal von der ziemlich nichts sagenden Passage absieht, in der mit Felix Magath über Fußball und Schach philosophiert wird. Ein…
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