Helmut Krausser: „Wer hat uns je geliebt?“ Berlin Verlag 2026
Ständig Sachbücher hier. Was ist mit den Romanen? Hier haben wir endlich wieder einen, den wir empfehlen können. Die Geschichte dreht sich um Lucia Lill, Kommissarin in Berlin, die eine seltsame Begegnung mit dem alten Enki hat. Wer ist er? Aus welcher Zeit kommt er? Kann er womöglich Menschen verschwinden lassen, die ihm im Weg sind?
Das fragt sich nicht nur die Protagonistin, sondern auch ihre Gegenspielerin, die Boulevard-Journalistin Yvonne Gispritz aka Poison Ivy. Dann gibt es da Fred und Clemens und den Chef von Lucia und Maria D. und in einer Parallelhandlung auch noch Jessi und Ninono – und ganz ehrlich: Das ist ein bisschen viel Personal für einen armen kleinen Haubentaucher, der meist nur am Abend zehn Seiten vor dem Schlafengehen schafft.
Die Empfehlung an den Autor wäre also: Weniger ist mehr. Denn wenn man von der Überfülle der handelnden Personen absieht, ist der Roman spannend und mysteriös, gut geschrieben und fantastisch zusammen gereimt. Aber vielleicht, vielleicht habt ihr da draußen ja mehr Tagesfreizeit und lest das Buch in einem Zug (oder zwei). Das wäre schön.