Warum-Up, Schauspielhaus Graz
Der 19. September stand im Schauspielhaus ganz im Zeichen der neuen Spielzeit. Nachmittags gab es Einblicke hinter die Kulissen. Danach erzählten Dramaturginnen über die nächsten Produktionen. Und am Abend präsentierte das Ensemble eine Vorschau als kurzweilige Show. DJ Piep von Radio Unfertig (auch bekannt als Tim Breyvogel) bewies dabei musikalischen Geschmack und Witz.
In knapp 90 Minuten erhielt das Publikum einen Vorgeschmack auf Werther, Lotte und Albert inklusive Boots- und Kamerafahrt. Nashörner tauchten im Hintergrund auf. Bertha von Suttners „Die Waffen nieder!“ als nächste Premiere wurde zitiert. In einer Szene von „Die Schattenpräsidentinnen“ brillierte Luisa Schwab mit exaltiertem Handspiel. Und bei den „Wuthering Heights“ wagten sich die Schauspielerinnen sogar an den wahrlich nicht einfach zu singenden Song von Kate Bush. Sandy Lopicic als glamouröser Musiker wurde in den Himmel des Schauspielhauses gehoben. Rudi Widerhofer schließlich präsentierte nicht nur einen Blick auf „Phaidras Liebe“ von Sarah Kane (eine Koproduktion mit dem Theater Quadrat), sondern warf auch einen sarkastischen Blick auf die kulturpolitische Gegenwart. Alle Schauspieler der Freien Szene werden aus Einsparungsgründen in Zukunft Rudi genannt. Das notwendige Papier wird aus budgetären Motiven in Zukunft hauptsächlich ungedruckt verwendet.
Was genau uns nun ab Ende September erwartet, das bleibt naturgemäß noch weitgehend offen. Das Ensemble (leider krankheitsbedingt etwas dezimiert) zeigte sich aber schon in bester Spiellaune. Wir haben uns neben den erwähnten Produktionen auch „Voyager Golden Records“ ab Mai in den Kalender eingetragen. Sowie das eine oder andere im Schauraum, etwa die österreichische Erstaufführung „Sehr schön und sehr tot“ von Rebekka David. Auch in der Konsole wird es spannend. Hier setzt Anne Aschenbrenner (zuletzt am Burgtheater aktiv) neue Akzente im Spannungsfeld von digital und analog. Abos sind in verschiedenster Form ab sofort erhältlich.