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Literatur des Monats

Verena Roelants: Woodstocks Enten. Ritter Verlag 2026

Ein Buch voller scheinbar willkürlicher Erwähnungen von Marken und Produkten. Ein Buch, das die Suchterscheinungen vieler Userinnen zeigt, wenn es um das prachtvoll inszenierte Leben der Influencerinnen geht. Ein Buch, das man als „typisch Ritter“ einordnen könnte. Experimentelle Literatur, das ja, aber auch mit Witz und Wirkung.

Verena Roelants schildert das Leben einer Protagonistin, die sich von ihrem Ex nicht lösen kann, die permanent auf den Bildschirm starrt, um die Postings einer gewissen Nelly zu sehen, die sich im Konsumismus verloren hat.

Der Text entwickelt dabei trotz einer ausgeprägten Lakonie eine Sogwirkung, die den strikt deskriptiven Stil konterkariert. In etwa acht Zeilen bilden jeweils einen Absatz. So zieht sich das Geschehen in kleinen Portionen durch das Buch, einer Anreihung von Social-Media-Captions ähnelnd. Am Beginn eines neuen Kapitels steht meist ein Marken- oder Produktname. Ob Alufix oder Ölz Marmorkuchen.

Um Enten geht es zuweilen, um Woodstock auch, allerdings ist der kleine Vogel aus den Peanuts von Charles M. Schulz gemeint und nicht das Hippie-Festival. Wer das kaufen soll? Zum Beispiel Leute, die gerne Max Höfler oder Natascha Gangl lesen. Ja, so ein Zufall, die erscheinen auch beide bei Ritter. Typisch.

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