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Tonträger des Monats Oktober 2026

BILDERBUCH: „∞+1″, Maschin Records, VÖ 9.10.2026

Normalerweise featuren wir hier Dinge, die nicht eh jede/r schon kennt, aber diesmal müssen wir mit der größten heimischen Band der vergangenen 20 Jahre starten. Bilderbuch. Denn es hilft nichts: Wir sind Riesenfans und das neue Album wird diesen Status noch verfestigen. ∞+1 will nicht weniger als dem kulturellen Gedächtnis der Menschheit huldigen. Zugleich ist das neunte Studioalbum gesellschaftskritisch, opulent, reich an Wendungen. Video wird wieder wichtiges Begleitmedium. Sehenswert etwa der Ausflug der Band in die Arktis – mit Blechkübeln auf den Köpfen und einer Fliege als Leitfigur. Üblicherweise steht in den Presseunterlagen irgendwo „Für Fans von…“ – das steht auch hier. Und zwar steht da: „Für Fans von Bilderbuch“. Lapidar. Und wahr. Eine grandiose Platte. Ein Rausch.

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EUROTEURO: Magic. Siluh Records, VÖ 25. 9. 2026

Die vierte Platte des mysteriösen Musikers und Euroteuro-Masterminds Peter T. wird vom Label selbst als „das erste richtige Album“ bezeichnet. Es ist düster, es klingt wie ein Soundtrack zu einem Film, der dir den Schauer über den Rücken jagt. Beim Titeltrack ist Anja Plaschg zu hören. Auch sonst stand Kollaboration im Fokus. Namen gefällig? Bernhard Hussek (Bad Weed), Matthias Frey alias Sweet Sweet Moon, Veronika König alias Farce, Alexander Kranabetter, Alexander Yannilos und Werner Thenmayer, Elise Mory, Marco Cem Mühlhans, Theresa Strohmer, Lena Pöttinger und Victoria Aron (alle drei: Topsy Turvy), David Öllerer alias Voodoo Jürgens sowie Katarina Maria Trenk.

Es geht um das Leben und die Vergänglichkeit. Um Energie und Einengung. Es geht aber auch um den unzerstörbaren Zauber und dann wechselt das Düstere ins Licht. Pop und Melancholie, Hoffnung und Angst waren immer schon Geschwister. Wer die fantastischen Songs live erleben will: Am 23. 10. gibt es im Wiener B72 die Release Show. Danach touren Euroteuro durch .at, .ch und .de – zum Beispiel München am 28. 10., Schaffenhausen am 30. 10. oder Graz am 12. 11. – sehen wir uns dort?

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MWITA MATARO: Austro Drama, LasVegas Records, VÖ 23. 1o.

Mwita Mataro könnte man von der sehr guten Band At Pavillon kennen. Oder aus dem Haubentaucher-Podcast, Folge 36. Oder von seinem Film Austroschwarz. Jetzt also Austro Drama. Die erste Solo-Platte. Mwita setzt sich hier bewusst zwischen viele Stühle. Und obwohl es mal ein wenig nach der einen oder anderen bekannten Band der Nullerjahre klingt und dann vielleicht sogar nach gut abgehangenem New Wave, ist es doch in erster Linie ein sehr persönliches Album. Es geht um Selbstbewusstsein, Diskriminierung, österreichische Sitten und Gebräuche, es geht aber auch um die Magdalena aus dem Alt Wien. Damit ist Mwita Mataro ein ziemlicher Hit geglückt inklusive sehr stimmungsvollem Video. Unser Anspieltipp wäre ansonsten das flotte „Schwarzer Hase“. Sehr gelungenes Debut. Und: Austro-Pop im Jahr 2026, hey das geht!

Live gibt es das am 21.10. im Musichouse Graz und am 26.10. im B72 in Wien bei der Release Show.

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MALLY & SCHNEIDER: „Songs For A Rainy Day“, Blind Rope Records, VÖ September 2026

Oliver Mally war im Juni bei uns im Podcast. Abgesehen davon hatte er bislang kein einfaches Jahr. Die Mama starb, ihr ist das Album gewidmet. Er selbst konnte aus gesundheitlichen Gründen eine Zeitlang kaum auftreten. Aber die Musik heilt manche Wunden. Und der eifrige Plattenlieferant war mit seinem Freund und Kompagnon Peter Schneider wieder keine Minute untätig. Das neue Album der beiden enthält eine mitreißende Coverversion von Bob Dylan und neun Eigenkompositionen. Der Weltklasse-Slidegitarrist Roberto Luti ist auf drei Songs zu hören. „Songs for a rainy day“, der Name ist Programm, sind überhaupt ein Fest für Fans der diversen Gitarren. Und weil staubige Landstraßen auch ein gutes Bild zur Beschreibung dieser Platte sind, werfen sich Mally und Schneider dieser Tage on the road und touren durch Österreich und Deutschland. Blues- und Americana-Liebhaber:innen sollten das nicht versäumen.

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PHOEBE VIOLET: Tomorrow. VÖ 9. 10. 2026

Die Sängerin und Multi-Instrumentalistin Phoebe Violet stammt aus Costa Rica, lebt mittlerweile in Wien und dürfte hierzulande derzeit nur echten Auskenner:innen bekannt sein. Unsere Prognose: Das wird sich am 23. 10. ändern, denn da präsentiert sie ihr neues Album in Wien im Porgy & Bess. Der Intro-Song hinterließ uns noch eher ratlos, doch dann geht es los. Track für Track entfaltet sich ein musikalisches Universum, das man nicht mehr verlassen möchte. Sigo así – ich bleib so. Es stampft, es klingt, es scheppert, es reißt dich vom Sessel. Die Stimme geht durch Mark und Bein. Kenji Herbert, Jakob Schneidewind und Andras Des trugen das Ihre zum Gelingen dieser außergewöhnlichen Platte bei. Prädikat: Besonders wertvoll!

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MARLEY WILDTHING: Happy Birthday To Me! VÖ 2. 10. 2026

Flotten Indie-Rock mit Pop-Appeal aus Niederösterreich haben wir in diesem Monat auch noch im Portfolio. Marlene, die sich als Musikerin Marley nennt, sagt darüber Folgendes: “Happy birthday to me feiert Queerness, Aktivismus, Community und die Freiheit, man selbst sein zu dürfen. Die dazugehörigen Musikvideos wurden in verlassenen Hotels und der Natur Kroatiens sowie im Schloss Kirchstetten gedreht. Sie erzählen in 4 Teilen eine Geschichte von Coming out und Selbstfindung und zeigen dabei beeindruckende Landschaften und mysteriöse Figuren, die an Charaktere von Studio Ghibli erinnern.“ Erfreulicherweise erinnert uns das Album an wenig bis gar nichts, es ist sehr unique, wie man heute so sagt. Die Stimme kann weit nach oben, Marley beherrscht das Spiel zwischen laut und leise. Checkt das mal auf Youtube aus oder kommt am 20.10. zum Release-Konzert im Wiener Chelsea. Es folgt eine Tour durch Österreich, Tschechien und den Süden Deutschlands.

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