Johannes Wally: Geisterstunden. Erzählungen. edition keiper 2026
Der Grazer Anglist und Autor Johannes Wally setzt, wie auch seine Kollegin Cordula Simon, in seinem neuen Buch auf Spuk und Schrecken. Allerdings sind seine Erzählungen vergleichsweise subtiler, sie wirken harmloser, der Schock ist am Ende deswegen aber kaum geringer. Dabei gibt es kein einfaches Strickmuster, jede Geschichte entwickelt sich auf unterschiedliche Art. Mal ist der Ausgangspunkt ein völlig unspektakulärer, dann wieder ist die Story auf verwirrende Weise in einer längst vergangenen Zeit angesiedelt. Mal ist es eine völlig absurde Szene wie der grausame Kampf von Mini-Sauriern und dann sind es nur kleine Abweichungen von der Normalität, die ins Dunkle und Mysteriöse führen. Ein Exemplar des legendären Weißen Albums der Beatles taucht auf mit einer außergewöhnlichen Nummerierung, nur um letztlich zu einer desillusionierenden Begegnung zu führen. Mal fließt Blut und ein anderes Mal höchstens Tränen.
Wally nutzt sein großes sprachliches Talent und spielt mit seinen Figuren – und auch mit uns, den Leserinnen und Lesern. Geister und Gespenster sind es, die in seine Geschichten eindringen und einen beim Weiterlesen zuweilen zögern lassen. Will ich wirklich wissen, wie es weitergeht? Angsthäschen, es gibt ja keine Geister. Oder doch?
Wir werden es erfahren. Am 24. 11. im Literaturhaus Graz. Moderiert vom schreckhaften Haubentaucher.