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Haubentaucher des Monats

Haubentaucher des Monats: Gabriel Barylli

In einem Interview mit NEWS, das sich von der ersten bis zur letzten Sekunde einfach nur haarsträubend liest, liefert uns der Autor, Schauspieler, Ehemann und selbst ernannte Strache-Versteher so viele Argumente für den Titel „Haubentaucher des Monats“, das man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.

Gleich vorweg, ob sich seine (fünfte) Ehefrau für den Playboy auszieht oder nicht, ist uns schnuppe. Aber diesen „Akt“ als feministischen Befreiungsschlag gegen den Islamismus zu verkaufen, ist eindeutig „oben ohne“. Noch viel besser aber als seine Aussagen zur Rolle von Frau und Mann gefallen uns die „politischen“ Gedanken des 62-jährigen (das musste jetzt sein) Wieners.

Zitat Barylli: „Ich habe dann aus meinem liberal demokratischen Umfeld Kritik dafür geerntet, dass ich mit H.C. Strache auf einem Foto zu sehen war. Hier wird Meinungsvielfalt unterdrückt! Das reizt mich dann erst recht. Über die Jahre und die politischen Bemühungen seinerseits, die ich beobachtet habe, ist eine freundschaftliche Nähe entstanden, weil ich Ihnen keinen Satz von ihm sagen kann, den ich verwerflich fände.“ 

Da wird selbst der NEWS-Reporterin schwindlig. Zurecht hält sie ihm Straches Aussagen im berühmten Ibiza-Video vor. Doch das kratzt einen aufrechten Verteidiger der Meinungsvielfalt wenig. Und so sagt der angeblich meist gespielte deutschsprachige Theaterautor allen Ernstes: „Das Video entstand, als die Partei in einer Position absoluter Machtlosigkeit war. Dann ist die FPÖ in die Regierung gekommen und hat nichts von dem, was dort geplaudert wurde, wahr gemacht.“ 

Man ist froh, dass der Mann zwar viel redet, aber glücklicherweise im richtigen Leben wenig zu sagen hat. Aber da durchzuckt uns ein jäher Gedanke: Vielleicht manövriert sich hier ja jemand bald aus einer Position „absoluter Machtlosigkeit“ empor in schlichte Höhen der Freunderlwirtschaft. Vielleicht, ja vielleicht qualifiziert man sich mit solchen Statements zumindest für einen Posten als Kultur-Staatssekretär, wenn das mit dem „meist gespielten Autor“ irgendwann passé ist.

Worüber Barylli hingegen froh sein kann? Dass sein einstiger Regisseur Axel Corti nicht mehr lebt. Denn der hätte ihm subtil und doch sehr klar so den Schädel zurecht gerückt, dass es gewaltig gerauscht hätte im Autorenhirn. Aua!

Foto: Sami Khatib [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], gesehen auf Wikipedia

UPDATE:
Wenn es wahr ist, was die Qualitätszeitung „Österreich“ berichtet, kommt noch dieses Jahr ein Film VON Barylli ÜBER Strache ins Kino. Die Satire ist damit offiziell zu Grabe getragen worden…
Quelle: www.oe24.at/

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