Cordula Simon: 7 schauerliche Geschichten. Septime Verlag 2026
Cordula Simon hat laut ihrer Biographie ein inniges Verhältnis zu Literatur, Wissenschaft, zur Ukraine und wohl auch zum Bestattungswesen. In ihren Texten gruselt es auch ohne Halloween-Kitsch. Es sind alltägliche Begebenheiten, die früher oder später entgleisen. Nicht jede Story endet explizit blutig, aber in dem vergleichsweise schmalen Buch passieren doch etliche schauderbare Verbrechen. Wie Simon ihre zumeist recht kurzen Erzählungen aufbaut, ist nicht einfach nur spannend. Die sieben Geschichten sind von hoher sprachlicher Qualität, dramatisch, raffiniert.
Bei der ersten und bei weitem ausführlichsten Erzählung dauert es eine ganze Weile, bis man der Autorin auf die Schliche kommt. Die zweite Geschichte rund um den Dreijährigen und den Vater im Keller ist fürchterlicher als die meisten Krimis es schaffen. Ein blutrünstiger Kater wird gefolgt von einem Hund, der wegen Leonard Cohens Stimme sterben muss. Ein Buch, das man in diesem November gelesen haben sollte.
Oder das man sich stellenweise vorlesen lassen sollte. Zum Beispiel im Literaturhaus Graz am 24. 11. – an einem schaurig-schönen Abend, den der Haubentaucher moderieren darf.