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Festival des Jahres

Way Out West, Göteborg

Alles begann mit der Suche nach einem schönen Auftrittsort von Mr. Nick Cave in diesem Sommer. Die Burg Clam schied aus, weil Sonntag Abend und Montag wieder Arbeit. Relativ bald war klar: Die Ersparnisse müssen dran glauben. Es wird das Way Out West in Schweden.

Und gleich vorweg: Wenn du schnell bist, kriegst du vielleicht noch ein besonders günstiges Vorab-Ticket für August 2027. Glaub mir, du wirst es nicht bereuen, auch wenn das Line-up erst später kommuniziert wird.

Was spricht gerade für dieses Festival? Für schwedische Verhältnisse sind die Ticketpreise okay. Vor allem angesichts der Fülle und Qualität an Bands. Nicht umsonst schrieb RollingStone vor wenigen Tagen von der besten Programmierung in Europa in diesem Sommer. Für uns Ältere gab es den erwähnten Nick Cave in Bestform, The Cure in einem für unsere Begriffe ziemlich verwaschenen Set (das aber allgemein gelobt und gefeiert wurde), die einzigartigen Gorillaz mit einem Wahnsinnsauftritt, die große Überraschung aus unserer Sicht mit dem Ezra Collective. Dazu Wilco, Anoushka Shankar – und jetzt hätten wir fast die fetzige Show von den Local Heroes The Hives vergessen. Lila Iké aus Jamaica war auch extrem super. Saint Ètienne waren zum Knuddeln charmant. Und und und.

Für die Jüngeren (oder näher am Mainstream Orientierten) gab es Acts wie Lorde (ein Konzert wie ein überlanges MTV-Video), Zara Larsson (einfach auf Insta schauen!), Lily Allen, den nächsten größeren Hype Sombr und enorm viel sehr feine elektronische Musik zum Hoppsen am Nachmittag. Das Ganze spielt sich in einem großen Park ab, mit Teichen, jeder Menge (meist ziemlich sauberer!) Klos, vegetarischen Standln, Bier zum Skandinavien-Preis, viel Freiraum. Das Festival ist so öko wie so etwas sein kann (gut, die Dosen für das Festivalbier sind Geschmackssache). Nice zum Beispiel: Der Merch für das Way Out West, das sind Second-Hand-Shirts, die du dir vor Ort mit dem Logo des Festivals bedrucken lassen kannst. Und: Es gibt so gut wie keine Leute, die zu viel getankt haben.

Das Ezra Collective spielt wie viele andere auch zuweilen mitten in den ersten Reihen des Publikums

Der Sound ist für eine Veranstaltung dieser Größenordnung auch super, nur dass man halt das eine oder andere von der nächsten Bühne hört, sorgte nicht nur bei Nick Cave für Verwunderung. Ansonsten: Super Stimmung, gerade auch bei den Artists, die auffällig oft betonten, wie schön es beim Way Out sei. Für Rührung sorgte zum Beispiel auch, dass Cave und die Bad Seeds nach dem Auftritt auf ihrer Bühne blieben und zu The Cure tanzten, die auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes spielten. Auch die Kooperationen zwischen Bands waren bemerkenswert. So half der Schlagzeuger von Ezra Collective bei Shankar aus, Damon Albarn trat wiederum beim Collective in Erscheinung, ebenso wie Lila Iké.

Schwierig ist nur das Ende des jeweiligen Abends, wenn zehntausende Menschen gleichzeitig zur Bim eilen. Da ist Geduld gefragt. Ansonsten: Nix wie hin zum Way Out West 2027, das vom 12. bis 14. August in Göteborg stattfinden wird.

PS: Unser Spezialtipp wäre: Nehmt euch ein Hotel in der Nähe einer Bim-Station der Linie 1. Dann kommt ihr einigermaßen gut wieder retour. Und schaut euch vorher ein bisschen was von der Stadt an. Die Gegend um Haga Nygata ist zum Beispiel lässig.

Fotos: Haubentaucher.at

 

 

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