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Haubentaucher des Monats

Haubentaucher des Monats

Die Grazer Obrigkeit (wieder einmal)

„Macht euch doch mal locker!“ möchte man zuweilen den Behörden dieser Stadt zurufen. Die ständig steigende Zahl an Ge- und Verboten macht es immer schwerer, einigermaßen legal durchs Leben zu gehen. Radfahren im Park? Verboten. Bier trinken am Hauptplatz, wenn gerade kein „Event“ stattfindet? Verboten. Musizieren ohne Genehmigung? Verboten. Jüngstes Beispiel für die Ordnungswut der zweitgrößten Stadt Österreichs: Ein harmloser Kreidestrich. Die Betreiberin des „Berlinchen“, eines Geschäftslokals in der Burggasse hatte einen Kringel erfunden, den sie auf den Asphalt malte. Es ist eher unwahrscheinlich, dass dadurch Langzeitschäden am Untergrund entstehen. Dennoch schritt die Behörde ein. Da könnte ja jeder kommen. Das ist ja irgendwie Werbung (und die dürfen anscheinend nur die Großen machen, die dafür Geld an die Stadt überweisen). Das gab es ja noch nie. Also: Verboten! Untersagt! Beseitigen! Unterlassen! Ein Facebook-Fan des Berlinchens meinte lakonisch, es könnte ja ein Pensionist über den Kringel stolpern und zu Schaden kommen.

Der Betreiberin ist es offensichtlich derzeit egal. Sie hat den Kringel doch wieder vor ihr Geschäft gemalt. Oder waren es gar Unbekannte, die sich mit der Kringel-Bewegung solidarisierten? Ein Sonderkommando der Ordnungswache wird sich wohl auf die Lauer legen müssen, um die Täter/innen zu identifizieren. Schließlich ist rasches Handeln gefragt, so ein Kreidestrich verschwindet gern mal bei Wind und Wetter.

1 Antwort auf „Haubentaucher des Monats“

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