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Alpentheater des Monats Mai

Der Tag, an dem der Euro starb. Von Martin G. Wanko.

Also unparteiisch geht anders. Abgesehen davon, dass der Haubentaucher in diesem Stück explizit erwähnt wird (erste literarische Nennung ever?), plagt uns noch ganz allgemein ein gewisses Unwohlsein, wenn wir an den „Ermöglicher“ dieser Aufführung, die hehre Creative Industries Styria denken. Sei’s drum. Das Stück ist trotzdem treffsicher, humorig, scharf und knapp, wie es derzeit in unseren Breiten am ehesten der Grazer Wanko zu schreiben imstande ist. Sie können sich das ganze ja ansehen und uns danach mit Kommentaren beflegeln, wenn wir in unserer korrupten Verblendung gelogen haben.

Noch ein persönlicher Bezug: in dieser verlassenen Autowerkstatt am Lazarettgürtel war anno dazumal schon unser Audi 80, Baujahr 81, zu Besuch. Jetzt spielt es in den Hallen Apokalypse auf der Alm. Der Regierungsbeamte Bleikopf vergnügt sich mit zwei Damen auf der Jagdhütte der Frau Ministerin, wobei: so groß ist das Vergnügen gar nicht, denn schon bald dröhnen Gewehrschüsse durch den Wald, immer näher rückt die Revolte. Draußen in der Realität wird gerade der Euro abgeschafft, die Regierung flieht, die „Unwählbaren“ kommen an die Macht.

Davor, dazwischen und danach gibt es ein paar schöne Erkenntnisse („Barock macht immer depressiv“, „unten äh, oben mäh“) und sehr überzeugende Leistungen, speziell von Alexander Kropsch als Bleikopf.

Regie: Werner Halbedl
mit: Alexander Kropsch, Paula Perschke, Ute Walluschek-Wallfeld
Technik: Andreas Thaler
Kartenreservierung: 0681/101 130 06, oder reservierung@theater-quadrat.at

weitere Aufführungen: 2., 4., 5., 11., 12., 13. 18., 19., 20. Mai jeweils um 20 Uhr Lazarettgürtel 62, 8020 Graz (gegenüber vom Citypark)

(c) Foto: Theater Quadrat

1 Antwort auf „Alpentheater des Monats Mai“

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