Kategorien
Film

Film des Monats Mai

Kick off – eine Geschichte von Siegern.
Von Hüseyin Tabak.

Die Story ist bitte die Folgende: 2003 erfindet Harald Schmied, damals Chefredakteur des Megaphon, gemeinsam mit Mel Young eine Veranstaltung für das Kulturhauptstadtjahr. Die „Obdachlosen-Fußball-WM“ (Homeless World Cup) wird ein großer Erfolg und findet nunmehr regelmäßig an wechselnden Standorten statt. 2008 war Melbourne an der Reihe und unsere Film-Helden, ein Dutzend Österreicher, die teilweise über migrantischen Background, vor allem aber über reichlich Erfahrung mit Drogen, Obdachlosigkeit und zuweilen sogar Knast verfügen, haben sich für die WM qualifiziert. Regisseur Tabak, selbst ein früherer Streetsoccer-Spieler, greift sich vier Protagonisten heraus und schildert ihre Gegenwart. Dabei hält er sich als Interviewer zurück und lässt die Gesprächspartner so viel erzählen wie sie wollen. Es bleibt also auch manches rätselhaft, was in diesem Fall voll okay ist. Der Fußball kommt eigentlich bis zur Abreise der Mannschaft nur am Rande vor, das ist tatsächlich ein bisschen schade, denn es wäre für Fans wie unsereinen interessant gewesen zu erfahren, wie ein Profi wie Gilbert Prilasnig Hobbykicker wirkungsvoll coacht. Anyway: Die WM läuft gut, allerdings ist irgendwann doch Endstation und die österreichischen Nationalkicker lernen auch das Verlieren ohne Wutausbrüche zu ertragen. Ein bunter, froher, optimistischer Film mit wirklich wunderbaren Protagonisten. Große Gefühle und ein deutliches Bekenntnis zu Österreich als geografische, soziale und kulturelle Heimat, das man so vielleicht gar nicht bei dem einen oder anderen erwartet hätte. Bei der Diagonale preisgekrönt, läuft „Kick off“ jetzt regulär in den österreichischen Kinos an.

Link zur Filmwebsite
©Foto: Haubentaucher.at

3 Antworten auf „Film des Monats Mai“

für alle, die sich irgendwie für österreich interessieren, für fußball, für leute, denen es nicht so super geht wie unsereinem, für wien, wie es leibt und lebt, für australien, etc. –

"für die ganze familie" klingt mir aber zuviel nach walt disney – und das ist es natürlich nicht. auch eher ungeeignet zum handerlhalten für verliebte.

Schreibe einen Kommentar zu Haubentaucher Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.