Kategorien
Buch des Monats Künstler/innen Theater

Poesie des Monats

Best of Poetry Slam 2025. Das SLAM Kollektiv im Schauspielhaus Graz

Besser „Late to the party“ als gar nicht. Seit Jahren veranstaltet das Grazer SLAM Kollektiv fetzige Poesie-Abende im Schauspielhaus – und nicht nur dort. Gerade die Events am Jahresende scheinen bisher so grandios gewesen zu sein, dass sich mittlerweile ganze Familien, Freundesrunden, Scharen von jungen Menschen zum „Best of“ einfinden. 499 zahlende Zuseher:innen waren es diesmal, so Co-Moderator Yannick Steinkellner. Gemeinsam mit seinem Kollegen und Partner in Poesie, Christoph Steiner, führte er wortgewandt und niemals um eine freche Bemerkung verlegen durch den Abend. Im Mittelpunkt standen dennoch die Gäste. Und die darf man getrost Meisterinnen und Meister ihrer Länder und Provinzen nennen.

Lia Hartl aus Vorarlberg trug zuerst einen Text über ihre Mutter und wohl viele Mütter vor, der sehr ans Herz ging. Die womöglich zart enttäuschten Väter bekamen dann ohnehin ein textliches Gegenstück, „Papa von …“, von Christoph Steiner nach der Pause. Der Grazer Muhammed Dumanli erzählte von Flamingos an einem kurdischen See. Annika Biedermann aus Zürich beschäftigte sich intensiv mit dem „Aushalten“ und Aidin Halimi aus Berlin führte das Publikum in die verruchte, verliebte und verfressene Welt der französischen Lehnwörter. Egalité, Fraternité, Fritteuse. Man kennt das ja.

Nach der Pause ging es in der Tonart weiter. Zwischen Nachdenklichkeit und Humor, Stakkato-Poesie-Performance und hoher Wortkunst wurden Brücken gebaut. Das Spiel mit der Sprache gipfelte in der Abschaffung der deutschen Artikel durch Aidin Halimi und durch die Synchron-Stimme im Ohr von Annika Biedermann. Die beiden kamen denn auch verdient ins Finale, ein bisschen literarische Leistungsgesellschaft ist dem Slam innewohnend. Am Ende durfte die Schweizerin die Trophäe in Form des kommunistischen Manifests mit nach Hause nehmen. Und der Haubentaucher ergatterte das letzte Exemplar von Hinundherkunft, dem Buch des großen Berliner Poeten Aidin Halimi. Alles gut also.

Und so möge das Slam-Jahr auch wie folgt über die Bühnen gehen:

NEXT GENERATION POETRY SLAM

Theater am Ortweinplatz, 29. 1. 2026 – 19:00 Uhr
Mit offener Liste für alle bis 18 Jahre
Moderation: Jasmin Haas & Vali Georgieva

6. POETRY SLAM STAINZ

Dachbodentheater Stainz, 8. 2. 2026 – 18:00 Uhr
Moderation: Yannick Steinkellner

SLAM 8020

Orpheum Extra, 10. 2. 2026 – 19:30 Uhr
Bühne für alle mit Migrationsgeschichte
Moderation: Muhammed Dumanli

am SA 14. 3. 2026 wieder im Schauspielhaus

DEAD OR ALIVE POETRY SLAM

24. 4. 2026 – 19:00 Uhr – Next Liberty
Moderation: Agnes Maier & Christoph Steiner

Und heuer mit einem Extra-Slam „Pallawatsch“ für Kinder sowie der Europameisterschaft im November. Es zahlt sich aus, den Newsletter des Kollektivs zu abonnieren. Die Website findet ihr hier: https://www.slamkollektiv.at/

Foto: Stella Kager / ÖSLAM24

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert