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Buch des Monats Dramen, die das Leben schrieb

Geschichten des Monats

Aidin Halimi: Hinundherkunft. Storys eines voll Durchintegrierten. Satyr Verlag 2024

Das hat ein bisschen gedauert. Zuerst mal 1,5 Jahre, bis Aidin Halimi nach dem Erscheinen des Buches in Graz auftrat. Und dann noch mal fast 2 Monate, seit er Ende Dezember 25 im Schauspielhaus im Rahmen eines Poetry Slams zu erleben war. Aber haben wir es eilig?

Den „Best of Poetry Slam“ hat Halimi an diesem Abend zwar knapp nicht gewonnen, wohl aber die Herzen des Publikums und speziell auch das des Haubentauchers. Der Rhythmus, der Sprachwitz, die Klugheit der Texte, all das ist außergewöhnlich. Selbst wenn man zugeben muss, dass die Storys rund um das Leben eines Exil-Iraners in Deutschland stärker wirken, wenn er sie selbst performt. Und wenn man außerdem sagen muss, dass die Idee mit dem Kaktus als Gegenspieler vielleicht ein bisschen gar stark ins Zentrum rückt. Das ändert aber nichts daran, dass Aidin Halimi zurecht auf den Bühnen im deutschsprachigen Raum gefeiert wird. Zum Beispiel, weil er dem ersten Marathonläufer der Geschichte ein wunderbar poetisches Denkmal setzt, dem Alphabet seine Liebe erklärt und mit den Vorurteilen und Voreingenommenheiten der Deutschen (und implizit wohl auch der Österreicher und -innen) ordentlich Schlitten fährt. Weil er blitzschnell die richtigen Schlüsse zieht und ein überzeugender Hüter des Wortschatzes ist. Wie sich das anfühlt, voll durchintegriert zu sein? Lesen Sie nach bei Aidin Wieschreibtmandas.

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PS: Der nächste größere Abend des Slam Kollektivs im Schauspielhaus steigt am 14. März 2026. Infos und Tickets gibt es hier: schauspielhaus-graz.buehnen-graz.com

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