POPKULTUR IM NOVEMBER

Sumo-Film des Monats: „Sumo Bruno“ von Lenard F. Krawinkel.

Der Film aus dem Jahr 2000 ist in gut sortierten Videotheken und DVD-Theken erhältlich. Bei Amazon kostet ein Exemplar rund 6 Euro, also kaum mehr als eine Kinokarte.

Die Story ist gewichtig: Bruno ist Ostdeutscher, arbeitslos, depressiv, fast-food-süchtig und gut 200 Kilogramm schwer. Sein Leben ist in etwa so sinnlos wie das einer Kleidermotte. Doch eines Tages erreicht ihn die Nachricht, dass die Sumo-WM erstmals außerhalb Japans und ausgerechnet in Brunos Heimatstädtchen stattfinden wird. Nach einigem Zögern und gedrängt von seinem Freund Kalle beginnt der traurige Dicke sich in einen erfolgreichen Sumo-Ringer zu verwandeln.



Zum Hintergrund des Films gibt es auch einiges zu sagen: Der Amateur-Weltmeister im Sumo-Sport kam Ende der 90er wirklich aus Deutschland und konnte als Coach für den Film gewonnen werden. Die „echte“ WM fand tatsächlich 1999 im Osten Deutschlands statt, in „Sumo Bruno“ werden daher teilweise authentische Aufnahmen gezeigt. Nur der japanische Sumo-Verband war äußerst skeptisch und verweigerte jede Mitarbeit.

Am schwierigsten war die Suche nach einem geeigneten Hauptdarsteller. Mit dem Deutsch-Türken Hakan Orbeyi fand Regisseur Krawinkel schließlich eine schauspielerische Naturgewalt. Der Film ist nicht zuletzt dank seiner großartigen Protagonisten (neben Orbeyi sind auch Oliver Korittke, Julia Richter und Martin Seifert hervorzuheben) ein komisches kleines Meisterwerk. Für Sumo-Freunde bedauerlich ist nur das Fehlen von Details zur Sportart selbst. Dabei hätte es da einiges an Material gegeben.