POPKULTUR IM FEBER

Buch des Monats:
Jörg Thadeusz:
Rette mich ein bisschen
Ein Sanitäter-Roman.
Kiwi 2005

Gunnar ist Dortmunder. Gunnar ist Endzwanziger. Gunnar ist WG-Bewohner. Gunnar ist verliebt. So weit, so banal. Die rettende Wendung: Gunnar ist Sanitäter. Und so wird der Leser mit Blaulicht und Folgetonhorn („mit Ute, also mit Licht und viel Geräusch“) auf Reisen zu Fundleichen („Konserven“) und zur morgendlichen Lektüre der Todesanzeigen („Reklamationen“) mitgenommen. Auch sonst gibt es viel zu lachen und zu lernen über das Leben und Sterben. Denn das ist ein Sanitäter-Roman. Erster Güte.

Ach ja, eines noch: wenn man dem sympathischen Autor und seinem Erstling unbedingt etwas vorwerfen wollen würde, dann wäre es das Kompliment, Jörg Thadeusz ist die Rosamunde Pilcher seine Genres.

---------------------

Unser TV-Tipp zur Sache: Jörg Thadeusz hat auch eine Talkshow auf dem Berliner Sender rbb. Jeden Dienstag abend. Ein Moderator, ein Gast, 30 Minuten Gespräch. Hirnforscher, Fußballkommentatoren und Schriftsteller waren da. Bereits legendär sind Teddys Schlussfragen: Die fiesen Sieben. Ein paar peinliche Regieideen seien da verziehen.