Haubentaucher des Monats: Ferdinand Tiefnig, ÖVP-Bundesrat
Wie erinnerlich wollten jüngst zwei resolute ÖVP-Damen
bei der Abstimmung über einen Neuwahlantrag im
enorm bedeutsamen österreichischen Bundesrat den
freiheitlichen Abgeordneten Gudenus am Händchenheben
hindern. Seither werden sie in den Medien kräftig
durch den Kakao gezogen. Einigermaßen unbeachtet
blieb dagegen das Verhalten von Ferdinand Tiefnig, der
sich in derselben Sitzung nachdrücklich als Haubentaucher-würdig
empfahl.
Der ÖVP-Abgeordnete aus dem malerischen Ort Gilgenberg
am Weilhart stimmte nämlich wie Gudenus
für den Neuwahlantrag der Opposition und
damit gegen die eigene Regierung. Das wäre an sich
sowohl verständlich als auch ehrenhaft, wenn Tiefnig
es absichtlich gemacht hätte. Doch er hatte
was in der Praxis der österreichischen Politik
öfter vorkommt als sich der gemeine Staatsbürger
vorstellen mag an der falschen Stelle seine Hand
in die Höhe gereckt. Von Journalisten gefragt,
ob sich jetzt auch die Volkspartei spalten würde,
beteuerte Tiefnig, er hätte sich an Gudenus orientiert
und daher ungewollt falsch abgestimmt.
Regel Nummer 1 für Politiker und solche, die es
gerne wären: In harten Zeiten selber denken, auch
wenn es weh tut.
Quelle: Der Standard, 20. 4., Seite 8
Und hier gibts noch ein cooles Foto von Herrn
Tiefnig:
http://www.parlament.gv.at/portal/page?_pageid=907,183835&_dad=portal&_schema=PORTAL&P_PAD=B