IM MAI 2005:


Haubentaucher des Monats: Ferdinand Tiefnig, ÖVP-Bundesrat


Wie erinnerlich wollten jüngst zwei resolute ÖVP-Damen bei der Abstimmung über einen Neuwahlantrag im enorm bedeutsamen österreichischen Bundesrat den freiheitlichen Abgeordneten Gudenus am Händchenheben hindern. Seither werden sie in den Medien kräftig durch den Kakao gezogen. Einigermaßen unbeachtet blieb dagegen das Verhalten von Ferdinand Tiefnig, der sich in derselben Sitzung nachdrücklich als Haubentaucher-würdig empfahl.

Der ÖVP-Abgeordnete aus dem malerischen Ort Gilgenberg am Weilhart stimmte nämlich – wie Gudenus – für den Neuwahlantrag der Opposition und damit gegen die eigene Regierung. Das wäre an sich sowohl verständlich als auch ehrenhaft, wenn Tiefnig es absichtlich gemacht hätte. Doch er hatte – was in der Praxis der österreichischen Politik öfter vorkommt als sich der gemeine Staatsbürger vorstellen mag – an der falschen Stelle seine Hand in die Höhe gereckt. Von Journalisten gefragt, ob sich jetzt auch die Volkspartei spalten würde, beteuerte Tiefnig, er hätte sich an Gudenus orientiert und daher ungewollt falsch abgestimmt.

Regel Nummer 1 für Politiker und solche, die es gerne wären: In harten Zeiten selber denken, auch wenn es weh tut.



Quelle: Der Standard, 20. 4., Seite 8

Und hier gibt’s noch ein cooles Foto von Herrn Tiefnig:
http://www.parlament.gv.at/portal/page?_pageid=907,183835&_dad=portal&_schema=PORTAL&P_PAD=B

 

 



und hier gehts nach Hause…