GAK SV Mattersburg, 17. April 2004, 1:0
Martin G. Wanko
Fluidum
OK, OK ... ein 1:0 ist ein 1:0, aber nun mal ehrlich.
So wie die Veilchen und die Roten sich einen Teil ihrer
Siege zusammenschustern, ist halt schon gelinde
ausgedrückt etwas mühsam. Natürlich,
Ausrede Nr. 1: Auch solche Spiele muss man gewinnen. Klar
Schachner, aber scheiße bleibts trotzdem.
Dass ein Teil der Fans bereits einige Minuten vor Schluss
und ein Gutteil des Publikums mit dem Schlusspfiff das
Stadion verließen, spricht Bände. Die Hymne
blieb aus, die Stimmung in der Straßenbahn will
ich nicht mehr kommentieren.
Sionko, der einzige der begriffen hat, was oder wie, aber
der muss erst lernen, bei uns einen Gang zurückschalten,
sonst kommen die Vereinskollegen nicht mit. Zu schnell
für uns, mein Freund, wenn du so schnell spielen
willst, dann musst du wieder aus Österreich abmarschieren.
(Haben Sie das bemerkt? Ich habe über Fußball
geschrieben, hat gar nicht weh getan.). Aber halten wir
uns lieber bei der deutschen Sprache fest: Was fehlt ist
das FLUIDUM, zumindest in den letzten Spielen.
Aber als richtiger Österreicher habe ich auch schon
die rechte Ausrede parat: Kräfte sparen für
das Spiel gegen die Austria. Hua! Noch hat die Austria
in Pasching nicht gewonnen, und wenn auch: Richtungsweisend
wirds in einer Woche. Das habe ich fett in meinem
Kalender. Am 21. ist Cup gegen Rapid und am 24. müssen
die Veilchen defloriert werden. Die harte Wiener Woche!
Wenn man das also nach dem 1:0 eingespritzt bekommt, dann
wirds natürlich im Arsch wässrig und unterm
Arsch dunkel. Dann steht matt nicht nur für Mattersburg.
Den Töchtern C. und E. hat es im Übrigen ziemlich
gut gefallen. Wirklich viel haben sie nicht mitbekommen,
aber Kühnelt fragte mal einige Minuten vor Schluss
wie der Spielstand sei: 1:0 antworteten sie. Die Hausaufgaben
haben sie also gemacht. Das liebste Spielchen zur Zeit
ist die Meisterfragerei. Dichterlegende Wolfi Bauer meinte
auf die Frage, wer denn Meister werde mit einem ehrlichen:
Is ma wurscht!, leicht gereizt, vermutlich
weil er sich beim letzten runden Geburtstag VIP-Karten
für den SK Sturm schenken hat lassen. GAK-Fan und
VP Clubobmann Christopher Drexler schickte mir auf dieselbe
Frage ein Franz Beckenbauer mäßiges: Schau
ma mal .... GAK-Haudegen, im wahrsten Sinne des
Wortes, immerhin spielte er auch in der GAK-Jugend, der
grippegeschwächte Manuskripte-Herausgeber Alfred
Kolleritsch dazu lapidar: Ich fürchte nicht!
Vermutlich ist ihm das Fieber in den Kopf gestiegen. Vater
Wanko, immerhin Manager in den 70ern, Marketingleiter
würde man heute sagen, ist da schon offensiver: Ja
wann sonst, wenn net jetzt! Eben, um das geht es.
Wann sonst, wenn net jetzt! In dem Sinne: Auf die
Roten!
GAK SV Mattersburg, 17. April 2004, 1:0
Wolfgang Kühnelt
Sympathie hilft uns nicht weiter.
Bei einer Beliebtheitsumfrage unter Österreichs Fußballfans
liegt Werner Gregoritsch wahrscheinlich klar vor Walter
Schachner. Selbst die Grazer Anhänger mögen
den bodenständigen emotionalen Erz-Roten
vom SV Mattersburg nach wie vor besonders gern. Das sieht
man auch an diesem Samstag als Gregoritsch einen ins Out
kullernden Ball einigermaßen elegant retourniert
und dafür Ovationen von den Rängen erntet. An
diesem Samstag zählt freilich nicht Sympathie sondern
Sieg. Und den schaffen sie auch mit einer durchwachsenen
Glückspartie. Ich kann mich nicht erinnern, wann
der GAK zuletzt so viel Schwein in Serie hatte. Wenn jetzt
noch die Austria in Pasching verliert...
Sympathie hilft uns nicht weiter. Die wenigen Glanzpunkte
in dieser Partie setzt Libor Sionko. Selbst die Versetzung
auf die ungewohnte linke Seite tut seinem Weltklassespiel
keinen Abbruch. Dafür enttäuscht an diesem Samstag
der zuletzt starke Muratovic. Generell macht die Mannschaft
einen müden Eindruck. Routiniert, aber erschlagen.
Nächste Woche, zuerst gegen die Grünweißen
und dann das Vor-Entscheidungsspiel gegen die Austria,
das wird auch nicht gerade Entspannung und Wellness.
Tochter E. sieht ihr erstes Bundesliga-Spiel. Die Einwechslung
von Amerhauser (Mauser), das Teufelsmaskottchen
und die Cheerleaders sind für sie die Highlights.
Unverständlich bleibt ihr das Verhalten des Schiedsrichters
(Warum pfeift der dauernd?), die Bedeutung
eines Eckballs und das stupide Getrommel der Mattersburg-Fans.
Eines Tages wird sie mich dafür verfluchen, dass
ich sie GAK-sozialisiert habe. Aber: Sympathie hilft uns
nicht weiter. Höhere Zuseherzahlen dagegen schon.
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