FC Kärnten – GAK, 14. April 2004, 0:0
Wolfgang Kühnelt

Abhacken.
Wahrscheinlich kommt der Ausdruck „Gras über die Sache wachsen lassen“ von Spielen wie diesem. Ich kauere vor meinem häuslichen Laptop und lasse den Live-ticker der GAK-Website über mich ergehen.

Ein 0:0 ist schon im Stadion schlimm, aber als Zuseher ohne Bild leidet man beinahe noch mehr. Über 90 Minuten lang tut sich ja eigentlich nichts. Das Spiel muss wirklich schrecklich sein, selbst der offizielle GAK-Berichterstatter spricht von einer klaren Überlegenheit der Kärntner. Als Toni Ehmann in Minute 67 ausgeschlossen wird, beginnt das große Zittern. Wenigstens ein Punkt, bitte.

Am Ende entdecke ich ungeahnte Züge an mir: Der Zwangsoptimist erscheint. Die Austria muss das nächste Mal auch erst gegen Pasching gewinnen. Kärnten rückt mit dem einen Punkt näher an Sturm. Noch ist nichts verloren.
Lassen wir also Gras über die Sache wachsen oder wie es ein User auf www.gak.at so erfrischend freudianisch postet: „Einfach abhacken!“

FC Kärnten – GAK, 14. April 2004, 0:0
Martin G. Wanko

Weil ich ein Roter bin!
Kärnten bis jetzt besser ... Mitteilung wird gelöscht (Mwg) ... Uff, Pause! Muss furchtbar sein ... Mwg ... Ehmann rot! Vollidiot! ... Mwg ... Hat nur gmotschkert, der Depp! ... Mwg ... Ja so muss man das in erster Linie sehen. 0:0 gegen Kärnten. Freund Kühnelts kühle SMS Bilanzen, an einen in der Wüste. Erschöpft, weit weg vom Schuss, kein Internet und auch keine Premiere. Ich spielte ja einen Tag vorher am Dienstag. Da spielte SW Bregenz gegen den GAK. Dichterkollege Mörth gegen Wanko. Ein Freundschaftsspiel, ein Unentschieden, gleiches Ergebnis wie in Graz. Wir mussten beide für ein gutes Spiel sorgen, wäre der eine abgestürzt, auch der andere. Ein Freundschaftsspiel in aller Ehren eben, im übrigen vor vollem Haus. Und da haben wir also nun die drei Parallelen. Der GAK spielte Remis, SW gegen Pasching ebenso, und auch Mörth/Wanko, im Bregenzer Landestheater am Kornmarkt. So, Sie kennen sich jetzt nicht aus? Macht nix, Hauptsache Sie wissen, ein Unentschieden kann auch sehr schön sein. Davon werden die Sturm-Fans wohl auch (in Zukunft) träumen ... .

Weiters vermied ich den GAK-Fußballbericht im ORF. Mir reichte schon das 3:0 der Austria. Schon als Kind las ich die Seiten der Niederlagen nicht, die der Siege dafür doppelt und dreifach, klebte mir ein GAK-Heft, so kam ich wenigstens am Analphabeten vorbei, knapp aber doch – darum muss ich auch heute noch schreiben.
Was soll ich sagen, der GAK aus allen Wolken? Ne, ne, so schnell gibt ein Roter nicht auf. Gegen Mattersburg werden wir gewinnen, dann haben sie Kärnten wett gemacht, fast, also werden wir auch im Horrstadion gewinnen. Klingt schon ein bisschen wie Nachzapf, gell? „Wenn ich heute keinen Dreier mach, mach ich auf die letzte Schularbeit einen Einser“. Eine enge Angelegenheit, klar, aber am Samstag sind wir ja zu viert. Unsere Töchter C. und E. gehen mit. Ob wir Söhne haben? Wer braucht schon Söhne, zumindest keine die sich nicht benehmen können! Nur weil man bei den Roten spielt, muss man ja nicht gleich eine Rote kassieren, wie der rote Ehmann ... . Also, in dem Sinne: „Auf die Roten!“

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