GAK Rapid, 28. März 2004, 2:1
Martin G. Wanko
Hey Mann, Ehmann! Das lustigste Ereignis seit Jahren.
Jeder Trainer warnt sogar noch im Fernsehinterview seine
Mannschaft, doch dann passiert, was passieren musste,
als ob man den Teufel erst an die Wand malen musste. Pogatetz
oder Ehmann, einer von den langen Hanseln schraubt sich
in die Höhe und TOOOOR! Natürlich sind das meistens
nicht die schönsten Tore, sie sind halt aus Standardsituationen.
Und dieser Vorwurf lebt, seit wir in Österreich eine
Mannschaft zufällig den GAK haben,
der diese Situationen beherrscht. Großes Geheimnis
an die Trainerwelt: Hat mit Üben zu tun.
Aber was solls? Das Wort Standardsituation hat ja,
seit es den Standard gibt, neue Qualitäten bekommen.
Mir würde es auch nicht weh tun, wenn wir M......
werden, durch eben eine dieser Standardsituationen. Solange
die Wuchtel ins gegnerische Tor kullert, auch mit der
Krone geschossen, tuts net weh! Von mir aus auch
mit dem Popscherl oder Pimperl geschupst, einem Standardpopscherl,
oder Standardpimperl, kann auch ein Kleines
Pimperl oder Popscherl sein, solange ich die Zeitungen
aufschlag und uns in Siegerpose erleb, lasse ich mir das
gerne gefallen, Ihr Neidhanseln!
Kühnelt meinte ja, wer so spielt, kann auch M......
werden. Klar. So viel Schwein hat nur der M...... . Nur
ein M...... kann sich erlauben, gute 60 Minuten überhaupt
nicht m......lich zu spielen, und dennoch zu gewinnen.
Armes Wien, tschüss Rapid! Nur noch neun Runden,
das geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Neun Runden! Habe
gerade mit dem Vorarlberger GAK Fanclubobmann Felix Wippl
geredet, der wartet schon 45 Jahre auf diesen Moment.
Da beginnen sogar meine Hunde im Magen zu heulen, Spieler
möchte ich jetzt keiner sein. Junge, Junge, da kannst
ja nur Kohl spielen, da hilft auch ein Sionko nichts.
Dafür sieht man alte Bekannte wieder, schon letztes
Mal erwähnt. Naumoski. Ja, ja, die Herren die man
loswerden will, tauchen dann zehn Minuten vor Schluss
in der Auslage auf. Ob das Sinn macht, Herr Schachner?
Aber bitte, ich will mir ja nicht den Kopf von Herrn S.
zerbrechen, doch zumindest fangen meine Kleinigkeiten,
die ich hier zum Besten gebe, selten mit ich
an und hören nie mit dem selbigen Wort auf. Ist mir
auch egal, solange in der 87. Minute der Ball noch immer
rund ist. 2:1! TOOOR! Gegen das hat nicht einmal der grünweiße
Anhang eine Chance. Kleines Worträtsel zum Schluss:
der Beste, sieben Buchstaben, fängt mit einem M an.
Pssst! Nichts genaues weiß man nicht Wien
wird es schon noch früh genug erfahren... Die glauben
ja jetzt noch, das ist alles nur eine Hetz! In dem Sinne:
Tschüss Rapid! und Auf die Roten!
GAK Rapid, 28. März 2004, 2:1
Wolfgang Kühnelt
Es gibt Spiele, die würde man am liebsten gar nicht
sehen. GAK gegen Rapid, das ist so ein Fall. Irgendwie
fast zuviel für schwache, oftmals leidgeprüfte
Nerven. Noch dazu, wenn so verflucht viele grünweiße
Fans anreisen. Wer heute gewinnt, der bleibt an der Austria
dran, wer verliert, kann wohl nur mehr auf den UEFA-Cup
hoffen. Mein Tipp für dieses Spiel fällt in
die Kategorie Zwangsoptimismus: 2:1 für die Roten.
An der Aufstellung gibt es heute nichts zu kritisieren,
obwohl Mario Bazina in der gesamten ersten Hälfte
beweist, dass er ein sehr guter Techniker aber kein Goalgetter
ist. Amerhauser gefällt mir gut, der strengt sich
richtig an, seit er gemerkt hat, dass es ernst wird (Stichwort
Dollinger). Sionko hat nicht seinen besten Tag. Kollmann
bemüht sich wenigstens. In der ersten halben Stunde
ist der GAK stärker, das Tor durch Ehmann typisch,
logisch und verdient. Doch dann werden die Roten schwächer,
die Grünen gefährlicher. Bis zur Halbzeit geht
alles gut. Herrn Wanko junior merkt man an, dass er auch
schon lockerer war. Herrn Pogatetz auch.
In der zweiten Halbzeit spielt fast nur mehr Rapid. Soviel
Glück hätte man gerne aufgeteilt über das
ganze Leben wie die GAK-Hintermannschaft in diesem Match:
Zweimal klatscht die Kugel an die metallene Oberbegrenzung
der Schranz-Tores. In Minute 78 geschieht dann doch noch
das zu Erwartende, allerdings auf sehenswerte Weise. Zuerst
dachte ich an einen Fehler von Hoffmann, der bockartig
über die Hereingabe hüpft, aber der dahinter
platzierte Martinez knallt den Ball rein. 1:1. Das wird
nix mehr mit dem Sieg heute. Hoffentlich machen WIR wenigstens
den einen Punkt, auch wenn er IHNEN zuwenig sein wird
gegen die Austrianer. Und dann passiert ein kleines österreichisches
Fußballwunder, wie es jedes Wochenende auf ungezählten
Kickplätzen von Apleton bis Zürs vorkommt: Die
schwächere Mannschaft schießt das Siegestor.
Und ausgerechnet Mario Bazina macht das richtig clever,
setzt sich gegen zwei körperlich überlegene
Rapid-Verteidiger durch: 2 zu 1. Hurra, hurra, ich hab
es ja immer gewusst (bis auf die 43 Minuten der bisherigen
zweiten Halbzeit). Wenn man denkt, auf welche Weise Tirol
und die Austria in den letzten Jahren Meister geworden
sind, dann kennt man die tiefere Bedeutung dieses glücklichen
Sieges.
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