„Superfund“ Pasching – GAK: 3:3, 17. März 2004
Wolfgang Kühnelt


Zurück vom Betriebsausflug rein in den Teletext. Aha, Rapid hat sogar gegen Admira Probleme und wir haben noch gar nicht angefangen. Auch gut. Dann ruft mich Wanko an. 2:0 liegen sie hinten. Macht nichts, denk ich mir, das geht sich heute schon noch aus, dass wir die Partie umdrehen.

Nächster Blick in den Teletext: 2:1, Anschlusstreffer durch Aufhauser. Der vielleicht wichtigste Spieler im Moment beim GAK. Blöd, dass er nächste Runde eine Sperre absitzt. Während ich mir ein ziemlich zähes argentinisches Melodram („Sin Querer“) auf Video einziehe, wechsle ich alle drei Minuten hinüber zum Teletext. 2: 2, ich wünschte manchmal, ich hätte Premiere. 2:2. Und dann 2:3. Was hab ich gesagt?

Wanko ist mittlerweile zum live-Ticker auf www.gak.at gewechselt, wir informieren einander gegenseitig.
Ich: Jetzt ist es gelb: Rapid hat verloren gegen Admira.
Wanko: 5 Minuten Nachspielzeit.
Ich: Scheiße.
Wanko: Scheiße, rote Karte für Pötscher. Elfer.
Ich: Nein, bitte nicht.
Wanko: 3:3.

Die Fußballsendung beginnt um 22 und acht Minuten. Am Anfang schau ich mir lieber das argentinische Melodram fertig an, denn als Alternative gäbe es im ORF ein dickes fettes Kartnig-Interview. Darf man das straffrei sagen, dass er mich irgendwie an den Präsidenten von 1860 München, Herrn Wildmoser senior, erinnert?
Nach diesem Spiel, das im ORF natürlich wieder zu kurz kommt, ist unser zweiter Platz vorläufig abgesichert, aber die Austria liegt drei Punkte voran. Geht sich das noch aus?

Pasching : GAK 3:3, 17. März 04
Martin G. Wanko

Teletext 210!
Kein Wunder, dass nicht einmal der Computer das Wort Pasching erkennt, und es rot unterstreicht. Pasching in Oberösterreich hat um die 6000 Einwohner und spielt in der ersten Liga. Anfangs dachte ich, das Kaff würde Fasching heißen. An einen Faschingsscherz hätten vermutlich vor 15 Jahren die LASK und VOEST Linz Fans gedacht, hätte man Ihnen vorausgesagt, dass es einmal das Linzer Stahlteam nicht mehr geben soll und der LASK eher ein so la la Dasein in der zweiten Liga fristen würde. Vorwärts Steyr hat’s ja auch mal gegeben, ein gnädiger Punktelieferant vor dem Herrn! Soviel zu Oberösterreich.

Am 17. 3. war ich bei Sturm Graz. Schmäh ohne, ich konnte es nicht verhindern. Nicht, dass mich ein schwarzweißer Extremist a la Martin Behr ins Stadion schliff, viel schlimmer! Ich sah sie nicht, ich hörte sie nur. Bei guter Witterung, leichtem Nordwind trägt es das Sturm-Graz-Fangebrülle bis über die Grenzen der Grazer Innenstadt. So erschlug mich gleich am Balkon die Sturm-Graz-Tor-Sirene inklusive Fangebrülle. Gegen Kärnten, na ja, wenn da nix geht ... . Blitz und Donner! Bundesliga! Pasching! Teletext! Leck fuck! 0:2 Rückstand. Die Trotteln, ihr roten Deppen, gegen die oberösterreichischen Bauern verlieren, darf man doch nicht! Kann doch nicht sein! Hiobs-SMS an den Kühnelt! Nach 30 Minuten 0:2! Trotteln! Und wieder SK Sturm Graz im Torreigen. 2:0! Na prima! Eine alte Weißheit unter Stadtrivalen besagt: Geht’s dem einem Team (ausnahmsweise) besonders gut, bekommt das andere (nicht nur dann) eines vor den Latz geknallt. Teletext, 2. Halbzeit. 1:2, Aufhauser, immerhin, immerhin ... .

Wir leben in einer Demokratie, zumindest außerhalb des Fußballs und der Kunst kann dies durchaus Früchte tragen. In einem Dreierhaushalt, sorgt das bei Verbot ungültiger Stimmabgabe für klare Verhältnisse. Also Frau M. und Tochter C. sind ganz eigen, was heißen soll, sie stehen nicht auf 90 Minuten live ORF Fußball-Teletext Kick. Eine tolle Sache! Aber dazu ein andermal. Bei jeder Werbung brüllte ich Arbeitsschwein aus dem dementsprechenden Zimmer, „Teletext 210!“ Und da kam mir die Netz Idee. Hat mir der Kühnelt einmal gezeigt: Unter www.GAK.at kann man online beim Spielbericht sein.

Und TOOOOOR! 3:2 für den GAK. Meine Roten, wir! Und dazu noch mit dem Kühnelt live am Teletext, er Text, ich Netz, beide am Handy! Das ist interaktiv, echt wow! Bis, na ja, bis Herr Pötscher seine Traumvorlage zum 2:2 wieder durch Torraub egalisierte. Ein echter Roter eben! 95. Minute, Penalty für die Faschingstruppe. Die rote Karte für Pötscher war zuerst am Teletext, die Elferanzeige im Internet und das Resultat gleichzeitig. Mit dem 3:3 zog der Aschermittwoch ein. In dem Sinne: Auf die Roten!

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