AUS DER REIHE
Tausend Meisterwerke: FOLGE 11

 

Am Tag, als die Murinsel unterging – ein Dramolett aus Graz.


Wir sehen ein grün-blaues Büro der Extraklasse. Auf einem gigantischen altdeutschen Schreibtisch leger sitzend ein sichtlich gut aufgelegter Intendant. Er parliert entspannt mit sich selbst über seine größten Erfolge. Ein penetrantes Klingeln stört die beschauliche Szene. Am Telefon ein Journalist.


Der Journalist: Herr Intendant, was sagen Sie dazu, dass grad die Murinsel untergegangen ist?

Der Intendant: Blödsinn, wie kommen Sie darauf?

Der Journalist: Na ich habs selbst gesehen. Sie hat sich auf die Seite gelegt und dann hat es „Blubb” gemacht und sie ist untergegangen.

Der Intendant: Haha, Sie Tepperl, das ghört ja zum Konzept. Sinnestäuschungen, Sie verstehen.

Der Journalist: Aber die Leut, die drauf waren auf der Insel, die schwimmen jetzt schreiend in der Mur herum und werden grad in dem Moment von Kajak-Fahrern gerettet.

Der Intendant: Ja wissen Sie, wir wollten Sport und Kultur einmal näher aneinander bringen.

Der Journalist: Also war das Absicht?

Der Intendant: Na hören Sie, was macht man nicht für eine gute Story in Ihrer Zeitung...

Der Journalist: Apropos Story: Wie ist das mit dem Budget? Sie haben kürzlich gesagt, es hat noch nie eines gegeben, das sich ausgegangen wär. War das ernst gemeint?

Der Intendant:
Aber lieber Freund. Das ist natürlich Humbug, nicht wahr. Das versteht doch ein Jeder, dass das nur ein Scherz war. Natürlich ist unsere finanzielle Lage nicht einfach, zumal doch die Murinsel untergegangen ist...

Der Journalist: Aber Sie haben doch gesagt, das mit der Insel war Absicht. Dann hätten Sie das doch auch budgetieren müssen!

Der Intendant (deutlich gereizt): Sie sollen mir nicht immer die Worte im Mund herumdrehen, Sie...


Vorhang.

WK

 



und hier gehts nach Hause…

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