Am Tag, als die Murinsel unterging ein Dramolett
aus Graz.
Wir sehen ein grün-blaues Büro der Extraklasse.
Auf einem gigantischen altdeutschen Schreibtisch leger
sitzend ein sichtlich gut aufgelegter Intendant. Er parliert
entspannt mit sich selbst über seine größten
Erfolge. Ein penetrantes Klingeln stört die beschauliche
Szene. Am Telefon ein Journalist.
Der Journalist: Herr Intendant, was sagen Sie dazu,
dass grad die Murinsel untergegangen ist?
Der Intendant: Blödsinn, wie kommen Sie darauf?
Der Journalist: Na ich habs selbst gesehen. Sie
hat sich auf die Seite gelegt und dann hat es Blubb
gemacht und sie ist untergegangen.
Der Intendant: Haha, Sie Tepperl, das ghört
ja zum Konzept. Sinnestäuschungen, Sie verstehen.
Der Journalist: Aber die Leut, die drauf waren
auf der Insel, die schwimmen jetzt schreiend in der Mur
herum und werden grad in dem Moment von Kajak-Fahrern
gerettet.
Der Intendant: Ja wissen Sie, wir wollten Sport
und Kultur einmal näher aneinander bringen.
Der Journalist: Also war das Absicht?
Der Intendant: Na hören Sie, was macht man
nicht für eine gute Story in Ihrer Zeitung...
Der Journalist: Apropos Story: Wie ist das mit
dem Budget? Sie haben kürzlich gesagt, es hat noch
nie eines gegeben, das sich ausgegangen wär. War
das ernst gemeint?
Der Intendant: Aber lieber Freund. Das ist natürlich
Humbug, nicht wahr. Das versteht doch ein Jeder, dass
das nur ein Scherz war. Natürlich ist unsere finanzielle
Lage nicht einfach, zumal doch die Murinsel untergegangen
ist...
Der Journalist: Aber Sie haben doch gesagt, das
mit der Insel war Absicht. Dann hätten Sie das doch
auch budgetieren müssen!
Der Intendant (deutlich gereizt): Sie sollen mir
nicht immer die Worte im Mund herumdrehen, Sie...
Vorhang.
WK