Dramolett des Monats
Die Erscheinung.


Wir sehen einen großen Saal in einer sehr großen Brauerei. Im Publikum erkennen wir Gustav Kunibert, den Sportchef der Provinz-Zeitung, und seinen treuen Gehilfen Alexander Maus. Soeben beginnt die Pressekonferenz des SK Sturm. Am Wort ist K., der Präsident.

Der Präsident: Liebe Freunde von den Medien, liebe Vereinsmitglieder des SK Sturm, liebe Fanvertreter, ich habe eine Mitteilung zu machen.

Raunen im Saal.

Der Präsident: Es geht uns nicht gut. Sagen wir es ganz offen, wie es meine Art ist: Wir sind mittlerweile in der Scheißgasse angekommen...

Das Raunen wird stärker.

Der Präsident: Aber ich weiß, wie wir da wieder rauskommen...

Plötzlich ist absolute Stille im Saal.

Der Präsident: (mit wildem Flackern im Blick): Ich bin der einzige, der weiß, wie wir da wieder rauskommen.

Stille.

Der Präsident: (springt erregt auf): Oder weiß es sonst wer? Wenn es sonst wer weiß, dann möge er jetzt aufstehen und er kann den Klub sofort übernehmen. Dann braucht es den K. nicht mehr...

Stille.

Der Präsident (brüllend und tobend): Nichts wisst ihr. Aber ich weiß es. Maria hat mir einen Weg gewiesen.

Sportchef Kunibert: Welche Maria?

Der Präsident (plötzlich flüsternd, mit wirrem Blick): Welche Maria, welche Maria. Die Jungfrau Maria! Sie ist mir heute Nacht erschienen und hat mir versichert, dass es dem SK Sturm bald wieder besser gehen wird.

Kunibert: Ist das sicher?

Der Präsident: Ja verdammt, was brauchst du noch an Beweisen du Lohnschreiber?

Kunibert zu Alexander: Super, das tun wir auf die Titelseite. Schreib auf: „Fußballwunder: Gott sponsert Sturm!“

Vorhang.

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