AUS DER REIHE
Tausend Meisterwerke: FOLGE 7

Fahrstuhl zum Herrgott.

Entstehungsgeschichte eines Kunstwerks im öffentlichen Raum.

Wir sehen ein Beisl in der Grazer Innenstadt. Die Luft zum Schneiden. Alkoholdunst hat sich wie Nebel über die Gäste gelegt. Der weltbekannte Künstler Professor Ricardo Krsko hat seine Freunde und Jünger um sich geschart.

Krsko: Hörts zu, Menscherln, ich brauch eine Idee für Graz 2003. Was originelles, aber nix mit Medienkunst, des is dem Lorenz zu spröd, hat er gsagt. Und kann ruhig ordentlich was kosten, das erregt dann mehr Aufsehen.

Ein Jünger: Wie wärs mit einer Statue für Sie, Meister? Sie hätten es wirklich verdient. Eine moderne Büste im Stadtpark vielleicht?

Krsko: Ach Unwürdiger, was für ein Schas. So was zahlt mir der Lorenz nie, noch nicht einmal, wenn er selber dargestellt wär.

Ein anderer Jünger: Meister, wie wärs mit einem Haus der Post-Moderne, wo wir ihre Arbeiten präsentieren können?

Krsko: Na, des is mir zu wenig peinlich. Ha, Kunst muss schmerzen vor Lächerlichkeit, versteht ihr. Erst wenn es alle Pseudo-Intellektuellen dieser Stadt Scheiße finden, was ich mache, erst dann hab ich etwas Großes geschaffen.

Eine Jüngerin: Verzeiht, ich hätte eine Idee. Kunst im öffentlichen Raum. Vielleicht können wir den Herrn Intendanten bei einer TV-Show in einen Liegestuhl setzen und mit Sandspielzeug umgeben. Das könnte die spielerische Leichtigkeit von Graz 2003 symbolisieren.

Krsko (erzürnt): So einen Dreck hab ich überhaupt noch nicht gehört. Das ist ja sogar mir zu peinlich. Also das ist wirklich letztklassig. Jesus und Maria, wieso fallt euch Kretins denn so gar nix ein, verdammt.

Dann stockend: Maria, Maria. Die Mariensäule. Sie sieht über die Innenstadt, die Maria. Ha, ich habs.

Laut deklamierend: Wir stellen den Mensch auf die selbe Stufe wie die Maria. Mit einem Lift. Mit einem stinknormalen Lift werden sie rauffahren die Deppen und sich fühlen wie die Maria. Und sie werden auch noch dafür zahlen müssen, die Idioten. Einen Euro werden sie einwerfen müssen, wenn sie mit meinem Lift zur Maria fahren wollen. Ha, wenn das nicht genial ist.

Ein Jünger flüsternd zum zweiten: Das meint er jetzt aber nicht ernst, oder?

Vorhang.

WK


FOLGE 4: The man with the smallest penis in existence

FOLGE 3: Herr Franz und der Weltfrieden

FOLGE 2: Extrembügeln, die neue Modedroge macht Europa platt!


und hier gehts nach Hause…

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