Dramolett: Finale grande.
Vorhang.
1.Akt.
Abendstimmung. Grünlich-bläulich schimmelt der
nebelige Sonnenuntergang über dem Mariahilfer Platz.
Wir sehen Wolfgang Lorenz, den ungekrönten König
von Graz 2003, umringt von einer Schar schnatternder Graugänse.
Lorenz: Also Herrschaften, sind alle da? Die Astrud seh
ich, den Mandi auch, den Dicken, die Maus und die Schnucki,
den Hansi, Kathi-Gans, Gitti, Schnatzl, das Zniachterl,
Petra I, Petra II und Petra III. Okay, alles herhören!
Das erschreckte Schnattern erstirbt.
Lorenz: Heut is soweit. Wir müssen verschwinden.
Ein für alle mal. Und ich hab mir einen feinen Abgang
für uns überlegt, meine Süßen.
Er grinst diabolisch, die Gänse schaudert es.
Lorenz energisch: Jetzt stellt ihr euch in Zweierreihe
auf und dann watschelt ihr ganz leise runter zum Fluss.
Wir treffen uns, wenn es dunkel ist, bei der Einfahrt
der Tiefgarage vom Schloßberghotel.
Die Gans Astrud kommandiert quakend die anderen Federviecher
und treibt sie an.
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GRAU IN GRAU.
Die Gänse auf ihrem letzten Weg.
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2. Akt.
Vor der Tiefgarage. Leises Gequake aus der Dunkelheit.
Aus einem großen Mercedes mit Wiener Kennzeichen
steigt Wolfgang Lorenz. Mit einer wegwerfenden Handbewegung
schickt er seinen Chauffeur fort und geht auf die Gänse
zu.
Lorenz: So, meine Kleinen. Jetzt gehen wir es an. Auf
zur Murinsel.
Aufgeregtes freudiges Geschnatter. Die Gänse betreten
den angeblichen Kinderspielplatz auf der Acconci-Insel.
Lorenz: Machen wir es kurz und schmerzlos! Astrud, spring!
Astrud quietscht erschreckt auf, weicht zur Seite, stolpert
und plumpst in die Mur.
Die anderen Gänse begreifen den Ernst der Situation,
bilden ein Geschwader und treiben flügelschlagend
und kreischend ihren einstigen Gebieter an die Brüstung
der stählernen Insel.
Lorenz: Undankbares Pack! Ihr seid doch nichts ohne mich,
ihr gefiederten Kretins! Zusammen waren wir klein, dann
waren wir riesengroß, lasst uns nun gemeinsam den
letzten Betriebsausflug wagen!
Doch die Gänse hacken immer weiter mit ihren Schnäbeln
nach Lorenz. Im Versuch sich eine von ihnen zu greifen,
taumelt er und fällt der Länge nach in den Fluss.
Die Strömung treibt ihn auf die leblos wirkende Astrud
zu. Lorenz bekommt sie zu fassen und umarmt sie. Gemeinsam
werden Mensch und Tier murabwärts geschwemmt.
Vorhang.